Wir leiden öfter in der Vorstellung als in der Realität.
Seneca
Die Angst vor einer Entscheidung in Unsicherheit ist fast immer abstrakt. Wir befürchten den totalen Ruin. Den absoluten Absturz. Den kompletten Gesichtsverlust. Diese undefinierbare dunkle Wolke der Angst hält uns davon ab, unser Potenzial zu entfalten. Wir bleiben lieber in der unbefriedigenden Routine, weil das vermeintliche Monster draußen zu groß erscheint.
Die stoische Philosophie kennt ein Mittel gegen diese Lähmung. Du musst das Monster aus der Dunkelheit zerren und es ins grelle Licht stellen. Was ist der absolut schlimmstmögliche Fall, der eintreten kann, wenn du diesen Schritt gehst und komplett scheiterst? Verlierst du dein Haus? Wirst du verhungern? Oder musst du im schlimmsten Fall einfach nur deinen alten Job zurückfordern und dir eingestehen, dass du dich geirrt hast?
Wenn du die angebliche Katastrophe detailliert aufschreibst und ausformulierst, verliert sie ihre Macht. In neun von zehn Fällen ist der schlimmstmögliche Fall kein Weltuntergang, sondern lediglich eine Rückkehr zum aktuellen Status Quo gepaart mit einer verletzten Eitelkeit. Und eine verletzte Eitelkeit ist ein lächerlich geringer Preis für die Chance auf echte Erfüllung.
Wie sieht das Monster unter deinem Bett im hellen Licht aus, wenn du es einmal völlig rational beschreibst?
