“Wir können nicht von Frauen (und Männern) erwarten, dass sie die Welt gratis am Laufen halten, und uns dann wundern, wenn sie pleite und erschöpft sind.”
– Caroline Criado-Perez (sinngemäß)
Warum verachten wir Care-Arbeit eigentlich insgeheim? Weil wir in einem kapitalistischen System leben. Die brutale Regel lautet: Was keinen Preis hat, hat keinen Wert. Weil Care-Arbeit kein Geld einbringt, kein Bruttoinlandsprodukt direkt steigert und nicht auf der Gehaltsabrechnung steht, behandeln wir sie wie ein nettes “Ehrenamt”. Etwas, das man in seiner Freizeit tut, wenn die “echte” Arbeit erledigt ist.
Das führt zu einer krassen Entwertung deines eigenen Selbstbewusstseins. Wenn du fünf Jahre zu Hause bleibst, um Kinder großzuziehen oder Eltern zu pflegen, stotterst du beim Wiedereinstieg oft Ausreden, um die “Lücke im Lebenslauf” zu erklären. Lücke? Du hast in dieser Zeit Krisen gemanagt, Zeitbudgets kalkuliert, Konflikte gelöst und Menschen am Leben erhalten. Das ist kein Ausfall. Das ist ein Hardcore-Bootcamp für Führungskräfte.
Solange wir selbst die Care-Arbeit als “Lücke” oder “Privatsache” abwerten, bleiben wir in der Falle. Du bist nicht “nur zu Hause”. Du bist die Infrastruktur, die es anderen ermöglicht, Karriere zu machen.
Warum nennst du deine härteste, unbezahlte Arbeit immer noch eine “Lücke” in deinem Lebenslauf?
