“Der erschöpfendste Teil der Arbeit ist nicht die Ausführung, sondern das ständige Daran-Denken.”
– Anonym
Es ist ein klassischer Streit am Abendtisch. Der eine sagt: “Du hättest mir doch nur sagen müssen, dass ich den Müll rausbringen soll, dann hätte ich es getan!” Auf den ersten Blick eine faire Aussage. Auf den zweiten Blick ist es der Kern des Problems. Es ist der Inbegriff des Mental Loads.
Der eigentliche Kraftakt der Care-Arbeit ist nicht der physische Gang zur Mülltonne. Der Kraftakt ist die Projektsteuerung. Jemand muss wissen, dass die Tonne voll ist. Jemand muss wissen, wann die Müllabfuhr kommt. Jemand muss daran denken, neue Mülltüten auf den Einkaufszettel zu schreiben. Wenn du den anderen bitten musst, diese Dinge zu tun, hast du die Ausführung delegiert, aber die Verantwortung für das Projektmanagement bleibt an dir kleben.
Dein Kopf ist voll mit tausend unsichtbaren Post-its. Du bist der CEO eines kleinen Familienunternehmens, und dein Partner fungiert nur als Praktikant, der auf Arbeitsanweisungen wartet. Diese unsichtbare Projektsteuerung frisst massiv Strom, weil der Rechner im Hintergrund niemals herunterfährt. Du bist nicht erschöpft vom Tun. Du bist erschöpft vom ständigen Daran-Denken.
Welche Aufgabe hast du angeblich delegiert, bist aber immer noch der Einzige, der daran denkt, dass sie gemacht werden muss?
