“Immer versucht. Immer geschei­tert. Einer­lei. Wieder versu­chen. Wieder schei­tern. Besser schei­tern.”
– Samuel Beckett

Wir behan­deln das Schei­tern meist wie ein rich­ter­li­ches Urteil. Das Projekt ist gefloppt? Also bin ich unge­eig­net. Die Bezie­hung ist zerbro­chen? Also bin ich nicht liebens­wert. Wir blei­ben am Boden liegen, lecken unsere Wunden und rich­ten uns in der Nieder­lage ein, als wäre sie unser neues Zuhause.

Beckett pfeift auf diese Tragik. Sein Rhyth­mus ist atem­los, fast mecha­nisch. Er erlaubt keine Pause für Selbst­mit­leid. “Wildes” Wieder-Versu­chen bedeu­tet, den Aufprall nicht persön­lich zu nehmen. Es ist die Haltung des Skate­boar­ders, der auf den Asphalt knallt, sich den Staub von der Hose klopft und aufs Brett springt, noch bevor das Adre­na­lin nach­lässt. Er analy­siert nicht seine Kind­heit, er fährt einfach die Rampe noch einmal an.

Schei­tern ist kein Ort, an dem man Wurzeln schlägt. Es ist eine Durch­gangs­sta­tion. Ein schmut­zi­ger, unge­müt­li­cher Warte­saal, den man so schnell wie möglich durch die Tür mit der Aufschrift “Nächs­ter Versuch” verlässt. Wer hier stehen­bleibt und anfängt zu deko­rie­ren, verwech­selt die Pause mit dem Ende.

Warum hast du dein Lager in einer kalten Durch­gangs­sta­tion aufge­schla­gen, statt einfach durch die nächste Tür zu gehen?