Wer aufhört besser werden zu wollen, hat aufgehört gut zu sein.
Marie von Ebner Eschenbach
Warum fällt uns der Schlussstrich so unfassbar schwer? Es liegt selten an der Sache selbst. Meistens ist es das eigene Ego. Du hast deinen Freunden im Januar großspurig von deinen Zielen erzählt. Du hast auf Social Media verkündet, dass du ab jetzt jeden Tag um fünf Uhr morgens joggen gehst.
Jetzt aufzugeben bedeutet, einen Fehler öffentlich zuzugeben. Du hast panische Angst vor dem Urteil der anderen. Du willst nicht als Verlierer dastehen. Also quälst du dich weiter durch eine Routine, die dich eigentlich nur noch anwidert. Du hältst die Kulisse krampfhaft aufrecht.
Dieses Schauspiel frisst deine gesamte Lebenskraft. Wer strategisch aufgibt, muss die eigene Eitelkeit für einen Moment in die Tonne treten. Du musst den Mut aufbringen, kurzzeitig dumm auszusehen. Jemand, der seine Ziele zur Jahresmitte radikal korrigiert, ist nicht gescheitert. Er hat einfach nur dazugelernt.
Welches ungeliebte Ziel verfolgst du aktuell nur noch, damit deine Nachbarn oder Kollegen dich nicht für schwach halten?
