“Du kannst andere nicht warmhalten, indem du dich selbst anzündest.”
– Anonym
Das Care-Burnout kündigt sich nicht mit einem lauten Knall an. Es ist nicht der plötzliche Herzinfarkt des Managers. Es ist der Frosch im Wassertopf, dessen Temperatur so langsam erhöht wird, dass er die tödliche Gefahr nicht bemerkt, bis es zu spät ist. Du machst hier einen Kompromiss, übernimmst da noch eine kleine Aufgabe, schläfst eine Stunde weniger. Alles für die anderen.
Das Nervensystem eines Menschen, der permanent für andere sorgt (seien es Kinder oder pflegebedürftige Angehörige), ist immer im Standby-Modus. Du stehst immer unter Strom, bereit, den nächsten kleinen Brand zu löschen. Dieser chronische Alarmzustand vergiftet den Körper mit Stresshormonen. Wir nennen es “Aufopferung” und klatschen Applaus. Biologisch gesehen ist es Raubbau.
Es gibt einen Grund, warum bei einem Druckabfall im Flugzeug die Regel lautet: Ziehe dir selbst zuerst die Sauerstoffmaske an, bevor du anderen hilfst. Wenn du aus chronischer Erschöpfung zusammenbrichst, hilfst du niemandem mehr. Die Aufopferung bis zur Selbstzerstörung ist kein Beweis für deine Liebe. Sie ist ein Beweis für deinen fehlenden Selbsterhaltungstrieb.
Wo lässt du dich gerade langsam bei lebendigem Leib kochen, weil du glaubst, du wärst das Wasser für die anderen schuldig?
