“Niederlagen dienen genau so gut wie Siege dazu, die Seele in Aufruhr zu bringen und ihre Herrlichkeit zu entfalten.”
– Edwin Markham
Niemand verliert gern. Wir trainieren, planen und kämpfen für den einen Moment des Triumphs. Eine Niederlage fühlt sich an wie ein Ende. Eine Sackgasse. Der Beweis, dass wir nicht gut genug waren, dass der Plan falsch war, dass die Kraft nicht reichte. Wir tun alles, um dieses Gefühl zu vermeiden.
Dieser Satz ist keine Trostpflaster. Er ist eine Provokation. Er behauptet nicht, dass man aus Niederlagen lernen kann – das wissen wir. Er stellt die Niederlage auf dieselbe Stufe wie den Sieg. Ein Sieg ist ein lauter Rausch, der dich nach außen trägt, auf die Bühne des Erfolgs. Er bestätigt, was du schon wusstest.
Eine Niederlage ist ein stilles Erdbeben, das dich nach innen wirft. Sie nimmt dir deine Gewissheiten und zwingt dich, auf die Risse in deinem Fundament zu schauen. Sie zerschlägt die Fassade und macht dich verletzlich. Genau in diesem Moment, in dem die alten Strukturen zerbrechen, kann die Herrlichkeit durchscheinen: eine nie gekannte Demut, eine neue Art von Stärke, eine radikale Ehrlichkeit.
Welche Herrlichkeit wartet in der einen Niederlage, die du am meisten fürchtest?
