“Der Preis für ständige Anpassung ist, dass dich alle mögen. Außer du dich selbst.”
– Rita Mae Brown
Wir fühlen uns als Versager, wenn wir um 16 Uhr die Arbeit niederlegen, um das Kind von der Kita zu holen. Wir fühlen uns als Rabeneltern, wenn wir abends noch den Laptop aufklappen, um ein Projekt zu retten. Egal was wir tun, das schlechte Gewissen sitzt immer auf der Beifahrerseite.
Dieser ständige Schmerz entsteht, weil wir versuchen, ein Spiel zu gewinnen, dessen Regeln wir nicht selbst geschrieben haben. Wir haben die Maßstäbe importiert. Den Maßstab der Hustle-Culture von LinkedIn, die dir sagt, dass nur der Chefposten echter Erfolg ist. Den Maßstab der makellosen Instagram-Familie, die dir suggeriert, dass gute Eltern immer lächeln und Dinkelkekse backen.
Du versuchst, zwei völlig gegensätzliche Ideale gleichzeitig zu erfüllen. Das ist kein Zeitmanagement-Problem, das ist psychologische Selbstzerstörung. Solange du deine eigene Identität aus den Likes und den Beurteilungen der anderen speist, wirst du immer ein Defizit spüren. Erfolg ist kein universelles Maßband. Er muss handgemacht sein.
Wessen Definition von einem “gelungenen Leben” versuchst du gerade krampfhaft zu erfüllen, obwohl sie überhaupt nicht zu deiner Realität passt?

