Wie wir innere Leere, Bore- oder Burn­out sowie den Kampf gegen das Unver­meid­li­che tauschen gegen, das, was wir gut können, einen Mehr­wert erzeugt und uns erfüllt – Human Peak Perfor­mance.

Klingt eigent­lich zu gut um wahr zu sein. Wenn es dann noch unser Leben finan­ziert, wäre es wohl perfekt. Das japa­ni­sche IKIGAI, in etwa „Wofür es sich zu leben lohnt“, ist ein Konzept, das die tiefere Bedeu­tung unse­res Stre­bens und die Frage nach dem Lebens­glück mitein­an­der vereint. Doch zwischen der Gelas­sen­heit asia­ti­scher Zen-Meis­ter, anti­ker Philo­so­phie­schu­len und moder­ner Leis­tungs-Psycho­lo­gie liegen weni­ger Klüfte als wir glau­ben. Mensch­li­che Peak Perfor­mance anders gedacht.

WHAT’S INSIGHT? Ein Blick in die Take Aways

  • Sinn als Motor fürHuman Perfor­mance und Peak Perfor­mance 
  • Dem Zweck auf der Spur: Vom inne­ren WHY zum WOFÜR
  • aus der Tool­box: Dicho­to­mie der Kontrolle feat. Eisen­hower-Matrix
  • Komfort­zo­nen-Verschie­bun­gen als Sinn-Enabler
  • Biogra­fie-Arbeit (Wende- und Tief­punkte als Ressource)
  • Willens­stär­kungs­me­thode nach Viktor Frankl
  • Coaching-Work­book, IKIGAI, Werte­liste, Lebens­rad
Keywords: Perfor­mance, Human Perfor­mance, Sinn

Das Problem mit der Perfor­mance

Im Beruf merken wir oft, dass Menschen viel­mehr einen Job, denn ihre Beru­fung ausfüh­ren, der ihnen einen bestimm­ten Zweck erfüllt – sei es Geld, Beschäf­ti­gung oder Aner­ken­nung einbringt. Ob aber der tiefere Sinn in der Sicher­heit des Einkom­mens und die Karrie­re­mög­lich­kei­ten zu inne­rer Erfül­lung führen, bleibt frag­lich. Es ist letzt­lich eine indi­vi­du­elle Sache, die kein rich­tig und falsch von außen zulässt. Perfor­mance über einen langen Zeit­raum in eine Sache zu inves­tie­ren, die für uns keine tiefere Bedeu­tung hat, führt nur zu durch­schnitt­li­chen Ergeb­nis­sen. Jeder Leis­tungs­sport­ler weiß: Perfor­mance entsteht nicht nur durch Trai­ning und die Beschaf­fen­heit des Umfel­des. Perfor­mance entsteht schon viel ursprüng­li­cher: mit unse­ren Über­zeu­gun­gen.

Vom Warum zum Wofür

In der Beset­zung von Stel­len geht es gleich­sam eher um prag­ma­ti­sche Über­le­gun­gen, denn um die Frage, welches inne­res WHY ein Bewer­ber im Herzen trägt. Nur wie finden wir dieses WHY? Simon Sinek versucht in seinem bekann­ten Buch Find Your Why eine Antwort zu geben. Manch­mal hilft es auch zu fragen „Wofür mache ich das?“ – es lenkt unse­ren Fokus auf einen ange­streb­ten Ziel-Zustand, etwas das zu errei­chen sich lohnt, das eine Rich­tung gibt — zukunfts­ori­en­tiert, statt vergan­gen­heits­fi­xiert.

Mach was wirk­lich zählt

Was nach Werbung für die nächste Kaserne klingt, mag uns aufwe­cken: Sinn, Bedeu­tung, Zweck – wofür wir etwas tun, etwas aushal­ten oder erdul­den ist uns nicht immer bewusst. Ein klares Wofür zu haben, macht aber jede Entbeh­rung zu einem Teil des eigent­li­chen Zwecks – dem tiefe­ren Sinn. Vor allem in den Situa­tio­nen, in denen wir beruf­lich oder privat im Leben aus unse­rer Komfort­zone gewor­fen werden, rückt die Sinn­frage auf den Plan: Kündi­gung, Burn­out, Bezie­hungs­krise, Verlust von Ange­hö­ri­gen oder Krank­heit. Die Liste der Dinge die man nicht will, aber dennoch eintre­ten, ließe sich wohl verlän­gern. Die Frage ist dann nicht, warum mache ich weiter, sondern WOFÜR mache ich es, was ist der tiefere Sinn für mich. Dazu der Navy Seal Marc Devine über den tiefe­ren Sinn des Handelns:

„You can be really mentally tough, but not really connec­ted to a deeply sense of purpose. And the first sign of real, real pain, like serious pain, where you didn’t expect this level of discom­fort, than you start looking for ways out.“[1]

Erneut müssen wir uns fragen: Wie finden wir den Sinn und Zweck für unser Stre­ben? 

Sinn­lehre – gegen Sinn­leere

Die moderne Psycho­lo­gie weiß heute mehr denn je, dass unser Sinn unse­rem Stre­ben eine Bedeu­tung gibt und eine der wert­volls­ten Ressour­cen gegen Widrig­kei­ten ist. Nicht ohne Grund strot­zen Projekt­ma­nage­ment­me­tho­den, Orga­ni­sa­ti­ons­ent­wick­lungs­maß­nah­men oder Führungs­kräf­te­trai­nings gera­dezu davor, den Sinn der Menschen heraus­zu­kris­tal­li­sie­ren, abzu­ho­len und mitzu­neh­men. Es ist DER Motor für mensch­li­che Perfor­mance! Die4 P’s in Verän­de­rungs­pro­zes­sen – Purpose, Picture, Plan, People – sind ein Beispiel dafür. Das M des SIBAM Modelsl der Soma­tic Expe­ri­ence – MEANING — verwen­det in Coaching und Thera­pie, ein weite­res. Was hat einen Sinn, eine Bedeu­tung für Sie?

Wer wenn nicht Viktor Frankl, Philo­soph und Psycho­loge, Über­le­ben­der der Konzen­tra­ti­ons­la­ger des 2. Welt­krie­ges, weiß uns heute etwas über den Sinn eines Menschen mit auf den Weg zu geben. Er stellte den Sinn ins Zentrum seiner Exis­tenz-Philo­so­phie.

„Es kommt nie und nimmer darauf an, was wir vom Leben zu erwar­ten haben, viel mehr ledig­lich darauf: was das Leben von uns erwar­tet.“

– V. Frankl

Über­neh­men wir also endlich die Verant­wor­tung für uns, statt dies vom Leben zu fordern. 

Der WILLE zum SINN

Als Begrün­der der Logo­the­ra­pie war er zutiefst von der stoi­schen Philo­so­phie beein­flusst. Die Ähnlich­keit zwischen den Geis­tes­hal­tun­gen ist verblüf­fend.

Epik­tet, einst ein Sklave, dann ange­se­he­ner (stoi­scher) Philo­soph:

„Von den Dingen stehen die einen in unse­rer Gewalt, die ande­ren nicht. In unse­rer Gewalt stehen: unsere Meinung, unser Handeln, unser Begeh­ren und Meiden — Kurz: all unser Tun, das von uns ausgeht. Nicht in unse­rer Gewalt stehen: unser Leib, unser Besitz, Anse­hen, äußere Stel­lung — mit einem Worte: alles, was nicht unser Tun ist. Was in unse­rer Gewalt steht, ist von Natur frei, kann nicht gehin­dert oder gehemmt werden; was aber nicht in unse­rer Gewalt steht, ist hinfäl­lig, unfrei, kann gehin­dert werden, steht unter dem Einfluss ande­rer.”

Diese Unter­schei­dung, in die Dinge die nur wir allein kontrol­lie­ren können und die Dinge die außer­halb unse­rer Kontrolle liegen, nennen wir heute die Dicho­to­mie der Kontrolle (von griech. dicha – entzwei). Es zeugt von der Einsicht, dass wir nur allzu oft nicht die Umstände kontrol­lie­ren können, in denen wir leben, wir aber entschei­den können, wie wir mit ihnen umge­hen. Eine tägli­che Praxis die auch Frankl über die Hölle der Konzen­tra­ti­ons­la­ger hinweg half. 

Eisen­hower meets Stoi­zis­mus

Wenn wir uns der Frage endlich stel­len wollen, wie wir nun den Sinn für unser Stre­ben finden wollen, können wir auch prag­ma­tisch bei den ange­deu­te­ten Projekt­ma­nage­ment­me­tho­den blei­ben. Die bekannte Eisen­hower-Matrix z.B. unter­teilt Aufga­ben in einem Koor­di­na­ten­sys­tem, das zwischen den Achsen wich­tig – unwich­tig sowie drin­gend – nicht drin­gend unter­schei­det. Daraus erge­ben sich die Tätig­kei­ten, die wir 

  1. Selbst erle­di­gen (wich­tig und drin­gend)
  2. Termi­nie­ren, bis wir sie selbst erle­di­gen (wich­tig und nicht drin­gend)
  3. Abgeben/Delegieren/Outsourcen (nicht wich­tig und drin­gend)
  4. Löschen/Streichen (nicht wich­tig und nicht drin­gend)

 So weit so gut. Die Stoi­ker, unter ihnen der Kaiser Marcus Aure­lius, der wohl mäch­tigste Mann seiner Zeit, unter­schie­den radi­kal in 2 Berei­che: die Dinge, die in unse­rer Macht liegen und die, die es nicht tun. Was liegt in unse­rer Macht? Unser Denken, Handeln unsere Einstel­lun­gen. Was nicht in unse­rer Hand liegt, sind die Meinun­gen und Erwar­tun­gen Ande­rer, das Wetter, das Verkehrs-Chaos, der Stress, den Andere empfin­den. All das liegt außer­halb unse­rer Kontrolle. Zwar kämp­fen wir gemein­hin dafür, dass uns jemand versteht, wettern gegen das Wetter, fluchen im Verkehr oder an der roten Ampel und merken oft nicht, dass wir dabei einen Kampf kämp­fen, der nicht gewon­nen werden kann. Es ist wie Wasser mit der Hand fest­hal­ten zu wollen: je fester wir zugrei­fen, desto weni­ger lässt es sich fassen. 

Die „Dicho­tome Eisen­hower-Matrix“

Fügen wir den radi­ka­len Ansatz der Stoi­ker, seit über 2000 Jahren praxis­er­probt, mit Eisen­ho­wers Matrix zusam­men, erhal­ten wir ein Tool, das uns dem Essen­ti­el­len in unse­rem Stre­ben näher­brin­gen kann. Viel­leicht auch dem Sinn.

High Perfor­mance bedeu­tet, alles in die wich­ti­gen und beein­fluss­ba­ren Dinge zu inves­tie­ren

 Was liegt in meinem Einfluss­be­reich und was nicht? Von links nach rechts: 

  1. AGIE­REN – Handeln bei den Dingen die wirk­lich zählen: Wenn heute mein letz­ter Tag wäre, was wäre mir wich­tig? Wenn es nur einen Schwer­punkt gibt, welcher ist es? Aufre­gen über den Stau, das Bade­zim­mer zu putzen, über den Chef ärgern? Wie schnell verblas­sen alltäg­li­che Zeit­fres­ser im Ange­sicht der eige­nen Lebens­zeit!
  2. AKZEP­TIE­REN – das Unab­än­der­li­che anneh­men. Wir können die Zeit nicht zurück­dre­hen, oder Dinge unge­sche­hen machen. Wir können aber JETZT entschei­den was wir MIT den Umstän­den machen — #RESI­LI­ENZ
  3. IGNO­RIE­REN – wenn es unwich­tig ist, warum soll­ten wir weiter Zeit vergeu­den?
  4. ELIMI­NIE­REN – weg damit, weil unwich­tig und nicht beein­fluss­bar

Wenden wir dies radi­kal wie die Stoi­ker und struk­tu­riert wie Eisen­hower an, werden wir nicht nur effek­ti­ver und effi­zi­en­ter ‑schließ­lich lösen wir uns vom Nicht-Essen­ti­el­len. Auf lange Sicht aber hat es die Kraft, uns unse­ren Werten näher zu brin­gen.

Wer sein Warum und Wofür kennt, erreicht mehr

Bereits die anti­ken Stoi­ker wuss­ten: Der stetige Kampf gegen die unab­än­der­li­chen Dinge erzeugt unser wahr­ge­nom­me­nes Leiden. Es sind bekannt­lich nicht die Dinge selbst die uns beun­ru­hi­gen, sondern unsere Meinung von den Dingen. Und sind wir mal ehrlich: wir leiden entspre­chend mehr in der Vorstel­lung als in der Wirk­lich­keit. Wir klam­mern uns dann an Erwar­tun­gen, wie es sein soll. Das kann der Chef sein, der ein (eige­nes) Bild hat, wie es zu laufen hat und dann unge­nieß­bar wird, wenn wir sein inne­res Bild nicht erfüllt haben. Es kann unsere eigene Vorstel­lung davon sein, wie das Bewer­bungs­ge­spräch oder Projekt hätte laufen sollen und dann enttäuscht sind, weil wir einen abfäl­li­gen Kommen­tar oder ein „Heute gibt es kein Foto für Sie“ als Antwort erhal­ten.

 Ohne Sinn wird es sinn­los

Wenn wir den Sinn unse­res Stre­bens nicht (mehr) sehen, folgen schnell exis­ten­zi­elle Fragen.

Klien­ten-Beispiele
  • Ein Poli­zei­be­am­ter sah nach jahre­lan­ger Dauer­be­las­tung den Sinn des eige­nen Diens­tes nicht mehr und verlor sich in Burn­out, Sinn­krise und Depres­sion.
  • Ein Stabs­of­fi­zier kündigte trotz stei­ler Karriere seinen Beruf, warf die Sicher­hei­ten einer Pension über Board, weil keine Berüh­rung mehr zu den inne­ren Werten vorhan­den war.
  • Eine Führungs­kraft sah die eige­nen Werte nicht mehr mit denen des Unter­neh­mens verein­bar und entschied sich für einen neuen Beruf in einer ande­ren Bran­che
Diese Coaching-Beispiele zeigen: Sinn lässt uns eupho­risch bren­nen und hinge­ben für eine Sache, von der wir glau­ben, sie berüh­ren unsere inners­ten Werte und Über­zeu­gun­gen. Sinn, sofern wir ihn nicht mehr sehen, führt dann aber auch zwangs­läu­fig zu Antriebs­lo­sig­keit, Leis­tungs­ver­lust und Unglück – dem Gegen­teil von Lebens-Freude.

What’s your Purpose?

Ob uns ein tiefe­rer Wert zu sinn­haf­tem Handeln anlei­tet oder (unbe­wusste) Motive uns lenken, das können wir im Spar­ring mit einem Gegen­über im Coaching erar­bei­ten – z.B. im Zusam­men­hang mit einem wissen­schaft­li­chen Persön­lich­keits­test, wie ich ihn in meinen Coachings nutze. Wir können aber auch einen Zugang zu unse­ren Werten bekom­men, über eine Werte­liste. Eine solche Werte-Liste wie sie die Psycho­lo­gie nutzt und die dazu­ge­hö­rige Coaching-Übung habe ich u.a. in meinem Coaching Work­book bereit­ge­stellt. Sie hilft, dem Essen­ti­el­len unse­res Handelns näher zu kommen. Am besten wir kombi­nie­ren dann heraus­kris­tal­li­sierte Werte mit dem Alltag, z.B. über das Lebens­rad — ein Tool, das die aktu­elle oder ange­strebte Lebens­si­tua­tion erfasst. Im Coaching können Diskre­pan­zen von Werten zu Alltag dann bear­bei­tet werden.

Über Motive, also was uns letzt­lich antreibt, finden wir nicht nur in der Persön­lich­keits­dia­gnos­tik etwas, sondern auch in unse­rer eige­nen Biogra­fie: Was waren Wende­punkte und Rück­schläge in meinem Leben? Was habe ich gedacht und erlebt? Was waren Gründe dennoch weiter zu machen? Schrei­ben wir es in einem Jour­nal auf, kommen wir mögli­chen Moti­ven und unse­rem Mind­set näher. Und wenn wir es kennen, können wir es auch trai­nie­ren. 

Der Wille entschei­det

Der Leit­spruch des Kommando Spezi­al­kräfte ist so exklu­siv wie wir immer glau­ben nicht. Die Willens­stär­kungs­me­thode der Frankl’schen Exis­tenz­ana­lyse und Logo­the­ra­pie bspw. sieht den Willen immer als stark an, wenn es einen Kontakt, eine Berüh­rung zu unse­ren Werten gibt. Marc Devine aus dem obigen Beispiel stimmt wohl zu. Je anspruchs­vol­ler und außer­ge­wöhn­li­cher die Umstände sind, umso mehr braucht es folge­rich­tig eine Wert­be­rüh­rung, eine innere Klar­heit und damit eine inner­lich gefällte Entschei­dung, was für uns wirk­lich zählt. Wenn dies klar ist, haben wir ein Wofür und können unsere Perfor­mance hine­inflie­ßen lassen — unab­hän­gig davon, ob wir den Zustand dann errei­chen.

„Was der Mensch wirk­lich will, ist letz­ten Endes nicht das Glück­lich­sein, sondern einen Grund zum glück­lich sein.“

– Viktor Frankl

Entspre­chend müssen Menschen, die bereit sind, sich frei­wil­lig Situa­tio­nen auszu­set­zen, die außer­ge­wöhn­lich sind, sich mit diesen exis­ten­zi­el­len Fragen früh­zei­tig ausein­an­der­set­zen, wie es bspw. Spezi­al­ein­hei­ten tun. Viktor Fran­kls Leben und Werke, und die Epik­tets, also Menschen, deren Lebens-Philo­so­phie in den Härten und Prüfun­gen des Lebens erwuch­sen, sind stille Zeugen: ohne einen tiefe­ren Sinn, eine Berüh­rung zu den uns wich­ti­gen Dingen, und deren Beitrag zur Errei­chung in unse­rer Macht liegen, lassen uns Peak Perfor­mance erbrin­gen. Wie sagte es ein Elite­sol­dat zu mir:

Von Tag eins an wurde uns klar gemacht, warum es diesen Verband gibt. Wir wurden von Tag eins an immer wieder gefragt, beson­ders in den schmerz­haf­ten Phasen der Ausbil­dung, warum wir das hier tun, was unsere tiefste innere Moti­va­tion ist. Es brauchte keine Antwort. Wir stell­ten uns diese Frage immer wieder selbst. Weil jeder die eigene Antwort kannte, hiel­ten wir durch.“

Die Moral ist tot, lang lebe der Sinn! — Schluss­ge­dan­ken

Erst wenn der Sinn bewusst und klar ist, können wir uns auch bewusst einer vermeint­li­chen Moral, einem kollek­ti­ven Werte­sys­tem anschlie­ßen, es für erstre­bens­wert empfin­den oder ableh­nen. Norma­tive Vorstel­lun­gen (Moral) aufzu­drü­cken funk­tio­niert bei Leis­tungs­sport­lern genauso wenig, wie bei Spezi­al­kräf­ten. Wir alle erbrin­gen nur Peak Perfor­mance, wach­sen über uns hinaus, wenn wir einen tiefe­ren Sinn verspü­ren, ihn sehen und klar vor uns haben. Ob es der Berufs­sinn, oder ein (besten­falls iden­ti­scher) Sinn fürs Leben ist — Sinn ist der Motor für Human Peak Perfor­mance. 

Inter­esse an Human Peak Perfor­mance, aber authen­tisch und nach­hal­tig?

Lassen Sie uns Ihr WOFÜR frei­le­gen und Ihren Sinn und Antrieb klar benen­nen, wie ich es bereits mit Leis­tungs­sport­lern, Führungs­kräf­ten und Einsatz­kräf­ten getan habe. Kontak­tie­ren Sie mich gern oder profi­tie­ren Sie von weite­ren Beiträ­gen rund um das Thema authen­ti­sche und nach­hal­tige Höchst­leis­tung in meinem News­let­ter.

FAQ

Was ist IKIGAI und was hat es mit Peak Perfor­mance zu tun?

IKIGAI ist ein japa­ni­sches Konzept und bedeu­tet in etwa „Wofür es sich zu leben lohnt”. Es beschreibt den Schnitt­punkt aus vier Fragen: Was liebe ich? Worin bin ich gut? Was braucht die Welt? Und womit kann ich meinen Lebens­un­ter­halt verdie­nen? Im Kontext von Peak Perfor­mance ist IKIGAI deshalb rele­vant, weil nach­hal­tige Höchst­leis­tung nicht allein durch Trai­ning oder Diszi­plin entsteht, sondern durch tiefe Verbin­dung zu einem persön­li­chen Sinn. Wer seinen IKIGAI kennt, hat einen inne­ren Motor, der auch dann trägt, wenn äußere Bedin­gun­gen schwie­rig werden.

Was ist die Dicho­to­mie der Kontrolle und wie hilft sie im Alltag?

Die Dicho­to­mie der Kontrolle ist ein zentra­les Konzept der stoi­schen Philo­so­phie, zurück­ge­hend auf Epik­tet. Es unter­schei­det radi­kal zwischen zwei Berei­chen: den Dingen, die in unse­rer Macht liegen – unsere Gedan­ken, Entschei­dun­gen und Hand­lun­gen – und den Dingen, die außer­halb unse­rer Kontrolle liegen – das Verhal­ten ande­rer, äußere Umstände, Ergeb­nisse. Wer Ener­gie in das Unkon­trol­lier­bare inves­tiert, kämpft einen Kampf, der nicht gewon­nen werden kann. Wer dage­gen konse­quent auf das Beein­fluss­bare fokus­siert, gewinnt innere Klar­heit, Resi­li­enz und Hand­lungs­kraft – eine Haltung, die sich auch in moder­nen Coaching-Ansät­zen bewährt hat.

Was lehrt Viktor Fran­kls Logo­the­ra­pie über Sinn und Leis­tung?

Viktor Frankl, Philo­soph, Psycho­loge und Über­le­ben­der der natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Konzen­tra­ti­ons­la­ger, stellte den Sinn ins Zentrum seiner Exis­tenz­phi­lo­so­phie. Seine Logo­the­ra­pie geht davon aus, dass der Mensch nach einem Sinn im Leben strebt und krank wird, wenn er keinen mehr sieht. Für Peak Perfor­mance bedeu­tet das: Wer sein Wofür kennt, kann außer­ge­wöhn­li­che Belas­tun­gen ertra­gen und Leis­tung erbrin­gen, die über das gewöhn­li­che Maß hinaus­geht. Fehlt der Sinn, folgen Antriebs­lo­sig­keit und Leis­tungs­ver­lust – unab­hän­gig davon, wie erfolg­reich jemand von außen wirkt.

Was ist der Unter­schied zwischen dem WHY und dem WOFÜR?

Das WHY, bekannt durch Simon Sineks Konzept „Find Your Why”, fragt nach der tiefe­ren Moti­va­tion hinter dem eige­nen Handeln – es ist vergan­gen­heits­ori­en­tiert und sucht nach dem inne­ren Antrieb. Das WOFÜR ergänzt diese Perspek­tive: Es lenkt den Fokus auf einen ange­streb­ten Ziel­zu­stand und ist zukunfts­ori­en­tiert statt vergan­gen­heits­fi­xiert. Im Coaching-Kontext ist das WOFÜR beson­ders dann wert­voll, wenn Menschen in Krisen stecken – Kündi­gung, Burn­out, Verlust – und die Frage nicht mehr ist, warum sie weiter­ma­chen, sondern wofür.

Wie hängen Sinn­ver­lust und Burn­out zusam­men?

Sinn ist einer der stärks­ten Schutz­fak­to­ren gegen chro­ni­schen Stress und Burn­out. Wer einen klaren Sinn für das eigene Handeln hat, kann Entbeh­run­gen und Rück­schläge als Teil eines größe­ren Zwecks einord­nen – und bleibt dadurch wider­stands­fä­hi­ger. Fehlt dieser Sinn, verliert Leis­tung ihre innere Recht­fer­ti­gung: Selbst äußer­lich erfolg­rei­che Menschen können in Antriebs­lo­sig­keit und Sinn­krise gera­ten. Moderne Psycho­lo­gie, Logo­the­ra­pie und Orga­ni­sa­ti­ons­ent­wick­lung sind sich einig: Wer seinen Sinn kennt und ihn mit dem eige­nen Berufs­all­tag verbin­den kann, ist struk­tu­rell resi­li­en­ter. Auf coachverzeichnis.com findest du Coaches, die gezielt bei Sinn­fra­gen, Burn­out-Präven­tion und Peak Perfor­mance beglei­ten.

 Dieser Beitrag ist auch auf meiner Home­page Human­Ops Coaching erschie­nen.

Bild­nach­weis: https://unsplash.com/de/fotos/ein-schwarz-weiss-foto-eines-dusentriebwerks-dqrwTvNAAH0

Meet the Coach

Max Wedel
Max Wedel
Coaching-Anbie­ter für Führungs­kräfte und Einsatz­kräfte, die unter Druck nicht nur funk­tio­nie­ren, sondern wirk­sam handeln wollen. Human­Ops beglei­tet system­un­ab­hän­gig, umfas­send und ehrlich – präven­tiv wie akut – mit den Schwer­punk­ten klare Entschei­dungs­fä­hig­keit in komple­xen Lagen, authen­ti­sches Handeln und mentale Resi­li­enz. Das Ange­bot umfasst Coaching, Super­vi­sion, Führungs­kräf­te­ent­wick­lung und Resi­li­enz-Trai­ning.
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