“Was weinst du, Königstochter? Du schreist ja, dass sich ein Stein erbarmen möchte.”
– Der Froschkönig (Brüder Grimm)
Deine goldene Kugel ist weg. Die Leichtigkeit deines Lebens, die kindliche Freude, die Unbeschwertheit – sie ist in den tiefen Brunnen gefallen. Und du sitzt am Rand und heulst. Du willst deinen alten Zustand zurück. Exakt so, wie er war.
Und dann taucht die Lösung auf. Aber sie sieht nicht aus, wie du es dir gewünscht hast. Sie ist kalt, glitschig, hässlich und stellt absurde Forderungen. Der Frosch ist das unangenehme Gespräch, das du vermeiden willst. Er ist die schmerzhafte Therapie, das Eingeständnis einer Sucht, der harte Neuanfang. Er ist ekelhaft.
Der Aufbruch in die nächste Lebensphase erfordert, dass du den Frosch an deinen Tisch lässt. Du musst dich dem stellen, was dich anwidert. Wenn du weiter nur auf die Oberfläche des Brunnens starrst und weinst, bleibt die Kugel unten. Der Weg zurück zur Ganzheit führt unweigerlich durch die Konfrontation mit dem Hässlichen.
Welchen Frosch weigerst du dich gerade strikt zu küssen, obwohl du genau weißt, dass er deine einzige Chance auf Heilung ist?
