Wir haben in dieser Woche das Schloss am goldenen Käfig geknackt. Wir wissen jetzt: Es fehlt dir nicht an Mut, du hast nur das Schmerzensgeld noch nicht hoch genug dosiert (Sonntag). Du nutzt deine Intelligenz für feige Ausreden (Montag), opferst schleichend deinen Selbstrespekt (Dienstag) und lässt dich von deiner steinzeitlichen Gehirnstruktur als Geisel halten (Mittwoch). Das ständige Zögern zerstört dich mehr als der falsche Schritt (Donnerstag), und du bleibst eigentlich nur für das Publikum (Freitag).
Erkenntnis allein beendet die Qual auf der Türschwelle nicht. Wir müssen den offenen Tab im Kopf schließen, wenigstens für einen Moment.
Deine Aufgabe für heute: Die Kündigung auf Probe
Nimm dir ein Blatt Papier. Kein Word-Dokument, echtes Papier. Schreib deine Kündigung. Adressiert an deinen Chef. Kurz, knapp, sachlich. “Hiermit kündige ich mein Arbeitsverhältnis fristgerecht zum…” Setze deine Unterschrift darunter. Falte das Papier. Steck es in einen Umschlag. Schreib die Adresse darauf. Kleb eine Briefmarke auf den Umschlag.
Leg den Brief vor dich auf den Tisch. Du musst ihn nicht einwerfen. Aber betrachte ihn. Spür in deinen Körper hinein. Spürst du Panik? Oder spürst du tief unter der Angst eine gewaltige, verräterische Erleichterung?
Wie viel Geld müsstest du geboten bekommen, um diesen Brief freiwillig vor deinen Augen verbrennen zu lassen?
