“Ohne Arbeit wird das ganze Leben schlecht.”
– Albert Camus

Ein Satz wie ein Schlag ins Gesicht. Gerade jetzt, wo die Feier­tage kaum vorbei sind und die Mühle des Alltags wieder anläuft. Wir träu­men doch oft vom Gegen­teil: vom Lotto­ge­winn, vom frühen Ruhe­stand, vom Leben ohne die Pflich­ten der Arbeit. Ein Leben, das nur aus Frei­zeit besteht. Camus behaup­tet, genau dieses Leben würde uns vergif­ten.

Viel­leicht meint er mit “Arbeit” aber nicht den Job, der deine Miete zahlt. Viel­leicht meint er nicht die endlo­sen Meetings oder die über­quel­lende Mail­box. Viel­leicht meint er das Gefühl, gebraucht zu werden. Den Akt, etwas mit den eige­nen Händen oder dem eige­nen Geist zu erschaf­fen, das vorher nicht da war. Einen Garten umgra­ben, einen Code schrei­ben, einem Kind etwas beibrin­gen, eine Wand strei­chen.

Arbeit in diesem Sinne ist der Wider­stand gegen die Sinn­lo­sig­keit. Sie ist der Beweis deiner eige­nen Exis­tenz und Wirk­sam­keit. Sie gibt dem Tag eine Form und dem Leben eine Rich­tung, selbst wenn es nur darum geht, ein einzi­ges, klei­nes Ding in der Welt zu bewe­gen. Ohne diese Reibung, ohne diese Aufgabe, trei­ben wir halt­los umher.

Wofür, das nicht deine Rech­nun­gen bezahlt, willst du heute deine Kraft einset­zen?