“Wahr ist nicht, was A sagt, sondern was B versteht.”
– Paul Watz­la­wick

Wir alle kennen das. Wir haben etwas gesagt, das uns völlig klar, logisch und viel­leicht sogar wohl­wol­lend erschien. Und dann sehen wir die Reak­tion des Gegen­übers: Verlet­zung, Wut, Miss­ver­ständ­nis. Unser erster Reflex ist die Vertei­di­gung. “So habe ich das nicht gemeint.” “Du verstehst mich völlig falsch.” Wir vertei­di­gen, was wir gesen­det haben.

Watz­la­wicks Satz ist eine Störung für diesen Reflex. Er sagt, dass deine Absicht, so gut sie auch gewe­sen sein mag, im Moment der Kommu­ni­ka­tion fast bedeu­tungs­los wird. Die einzig wirk­same Reali­tät ist das, was im Kopf des ande­ren ankommt. Das ist die Wahr­heit, auf die er reagiert. Dein “gesag­tes Wort” ist nur eine Seite der Glei­chung, und zwar die unwich­ti­gere.

Immer wieder um die eigene, “rich­tige” Inter­pre­ta­tion zu kämp­fen, ist wie gegen eine Wand zu reden. Es ist ein Ringen um eine Wahr­heit, die für den ande­ren nicht exis­tiert. Die einzige Bewe­gung entsteht, wenn du aufhörst zu senden und anfängst, dich für den Empfang zu inter­es­sie­ren. Wenn du die Frage “Was hast du verstan­den?” wich­ti­ger nimmst als den Satz “Aber das habe ich nicht gesagt.”

Für welche deiner Aussa­gen kämpfst du immer wieder, obwohl du siehst, dass beim ande­ren etwas völlig ande­res ankommt?