“Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können.”
– Friedrich Nietzsche
Wir verlassen kurz die christliche Symbolik und schauen auf einen anderen Mythos der Auferstehung: den Phönix. Der mächtige Vogel, der in Flammen aufgeht und aus seiner eigenen Asche verjüngt emporsteigt. Wir alle wollen der Phönix sein. Wir posten Sprüche darüber auf Instagram. Wir lieben das Bild des glorreichen, feurigen Flugs.
Das Problem ist nur: Wir wollen den Flug, aber wir weigern uns, ins Feuer zu gehen. Wir klammern uns panisch an unsere alten, verbrannten Federn. Wir wollen die totale Transformation, aber bitte ohne Schmerzen, ohne Abschied und bei laufendem Gehalt.
Sinnfindung ist kein Add-on. Es ist ein Brandbeschleuniger. Wenn du herausfindest, was dich wirklich erfüllt, wird das zwangsläufig Konsequenzen für dein jetziges Leben haben. Es wird Freundschaften aussortieren, die nur auf Gewohnheit basierten. Es wird Sicherheiten verbrennen. Wer sich nicht traut, seine alten Illusionen zu Asche zerfallen zu lassen, wird ewig als gerupfter Vogel am Boden bleiben.
An welchen verkohlten Federn deiner Vergangenheit hältst du im Feuer fest, statt sie endlich loszulassen?
