Wir müssen nicht den ganzen Weg sehen. Wir müssen nur den Mut für den allerersten Schritt aufbringen.
Melody Beattie
Wir blockieren unsere eigenen Entscheidungen durch den Zwang zur Perfektion. Wenn ein Jobwechsel, eine Trennung oder ein Umzug ansteht, verlangen wir Garantien. Wir wollen eine detaillierte Karte, die uns den exakten Ablauf der nächsten fünf Jahre zeigt. Wir wollen das Risiko auf null reduzieren. Da das unmöglich ist, bleiben wir lieber in der unbefriedigenden, aber berechenbaren Gegenwart sitzen.
Veränderung funktioniert niemals mit einer Vollkaskoversicherung. Potenzialentfaltung ist immer ein Sprung in den Nebel. Du siehst das Ende der Treppe nicht. Du siehst nur die allererste Stufe direkt vor deinen Füßen. Melody Beattie rät uns, den Kontrollwahn aufzugeben. Du musst nicht wissen, wo du in drei Jahren stehst. Du musst nur wissen, was heute Nachmittag zu tun ist.
Dieser Fokus auf den unmittelbaren nächsten Schritt nimmt dem großen Berg der Veränderung seine bedrohliche Masse. Du dekonstruierst die Angst. Du triffst nicht die Entscheidung für dein restliches Leben. Du entscheidest dich nur dafür, jetzt eine E Mail zu schreiben, jetzt ein Gespräch zu führen oder jetzt einen Vertrag aufzusetzen. Der Rest entfaltet sich von ganz allein.
Welchen dringend notwendigen ersten Schritt blockierst du aktuell, weil du das Ende des Weges noch nicht mit absoluter Sicherheit sehen kannst?
