“Wer ‘hilft’, geht davon aus, dass es eigent­lich die Aufgabe des ande­ren ist.”
– Sozio­lo­gi­sche Beob­ach­tung

Wenn die Erschöp­fung zu groß wird, setzen wir uns an den Tisch, um über Vertei­lung zu spre­chen. Und dann fällt fast immer dieser toxi­sche Satz: “Ich werde dir in Zukunft mehr helfen.” Wir atmen auf, wir sind dank­bar. Aber genau dieses eine Wort zemen­tiert die Unge­rech­tig­keit für die nächs­ten Jahre.

“Helfen” impli­ziert eine Hier­ar­chie. Wenn dein Part­ner dir im Haus­halt oder bei der Kinder­be­treu­ung “hilft”, bestä­tigt er damit unbe­wusst, dass es sich in der Basis um *dein* Projekt, *deine* Verant­wor­tung handelt. Er tritt als freund­li­cher Assis­tent auf, der einspringt. Der Assis­tent darf aber auch sagen: “Heute habe ich keine Zeit zu helfen.” Die Haupt­ver­ant­wort­li­che darf das nicht.

Ein echtes Gleich­ge­wichts-Gespräch handelt nicht von “Hilfe”. Es handelt von Ressorts. Es geht darum, komplette Themen­be­rei­che – inklu­sive Planung, Ausfüh­rung und Verant­wor­tung – abzu­ge­ben. Keine Ratschläge, keine Erin­ne­run­gen, keine Nach­kon­trolle. Wenn ihr über Care-Arbeit sprecht, streicht das Wort “Helfen” aus dem Proto­koll. Sucht nicht nach Assis­ten­ten, sondern nach Mitin­ha­bern.

Wo nimmst du dank­bar “Hilfe” an, obwohl es eigent­lich der Job deines Part­ners wäre, die volle Verant­wor­tung zu über­neh­men?

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Eberhard Kuhl
Eber­hard Kuhl
Eber­hard Kuhl ist der Grün­der von coachverzeichnis.com. Er ist Unter­neh­mens­be­ra­ter und Coach mit Sitz in Daut­phe­tal, Hessen, und betreibt die Platt­form seit August 2025.
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