“Ärger kann ein Problem genauso gut klären wie ein Windstoß einen Papierstapel ordnen kann.”
– Susan Marcotte
Es gibt dieses Gefühl der Genugtuung im Zorn. Eine kurze, heiße Welle der Macht. Man will etwas tun, irgendetwas. Also schreit man, schlägt eine Tür zu oder tippt die wütende Nachricht. Man entfesselt den Windstoß in der Hoffnung, er würde die unordentliche Situation auf magische Weise klären. Für einen Moment fühlt es sich an wie Handeln, wie ein Schritt nach vorn.
Doch was passiert nach dem Sturm? Die Papiere liegen nicht geordnet auf dem Tisch. Sie sind im ganzen Raum verstreut. Das ursprüngliche Problem ist jetzt von einem neuen Chaos überlagert: verletzte Gefühle, zerbrochenes Vertrauen, eine verhärtete Front. Man hat nichts geklärt, sondern nur die Unordnung vergrößert. Die eigentliche, mühsame Arbeit des Sortierens steht einem immer noch bevor – nur ist sie jetzt viel schwieriger geworden.
Die wirkliche Stärke liegt nicht in der Kraft des Windstoßes. Sie liegt in der ruhigen Hand, die ein Blatt nach dem anderen aufhebt, es ansieht und an den richtigen Platz legt. Das ist langsam, das ist anstrengend und es fühlt sich nicht so mächtig an. Aber es ist die einzige Methode, die am Ende für Ordnung sorgt.
In welchen Stapel Papiere bläst du immer wieder, obwohl du weißt, dass du ihn danach nur mühsamer wieder einsammeln musst?