“Die netten Typen sind immer die letz­ten.”
– Leo Duro­cher

Dieser Satz ist wahr – aber nur für eine bestimmte Sorte von Netten. Den netten Geber, der sich selbst vergisst. Du bist die mensch­li­che Rettungs­weste für alle, die um dich herum über Bord gehen. Du bist so sehr damit beschäf­tigt, andere über Wasser zu halten, dass du nicht merkst, wie dein eige­nes Schiff lang­sam sinkt. Das ist keine Groß­zü­gig­keit, das ist Selbst­auf­op­fe­rung.

Diese Art von Nettig­keit ist eine offene Einla­dung für jeden, der nur nehmen will. Sie erschöpft deine Kraft, verwäs­sert deinen Fokus und sorgt dafür, dass du am Ende tatsäch­lich als Letz­ter dastehst: ausge­brannt und mit leeren Händen, während die ande­ren längst weiter­ge­zo­gen sind.

Kluge Geber handeln anders. Sie sind kein Rettungs­boot für jeden, sondern ein Leucht­turm. Sie zeigen den Weg, geben Orien­tie­rung und inves­tie­ren ihre Ener­gie dort, wo sie wirk­lich etwas bewirkt. Sie kennen den Unter­schied zwischen Helfen und Ausnut­zen­las­sen. Ihre Groß­zü­gig­keit ist eine bewusste Entschei­dung, keine gren­zen­lose Selbst­be­die­nung. Sie wissen, dass sie ihr eige­nes Licht am Leuch­ten halten müssen, um für irgend­je­man­den ein Wegwei­ser sein zu können.

Ist deine “Nettig­keit” die eines selbst­lo­sen Opfers, das am Ende leer ausgeht, oder die eines klugen Inves­tors, der weiß, wo sich sein Einsatz wirk­lich lohnt?