“Die Saat muss völlig zerstört werden, damit die Pflanze wach­sen kann.”
– Sufi-Weis­heit

In der Oster­ge­schichte gibt es diesen unbe­lieb­ten Zeit­raum. Den Karsams­tag. Der Tag zwischen Tod und Aufer­ste­hung. Es passiert abso­lut nichts. Es ist dunkel, kalt und leise. In der Natur­wis­sen­schaft ist das der Kokon: Die Raupe zersetzt sich zu einer unde­fi­nier­ba­ren Flüs­sig­keit, bevor sie sich neu zusam­men­setzt. Nichts hat in diesem Moment eine Form.

Wir hassen diesen Zustand der tota­len Leere. Wenn wir einen Schnitt machen – eine Kündi­gung, eine Tren­nung, ein radi­ka­ler Neuan­fang –, wollen wir am nächs­ten Morgen sofort den neuen Sinn, die große Erfül­lung spüren. Wenn die Stille einsetzt, gera­ten wir in Panik. Wir stür­zen uns in blin­den Aktio­nis­mus, laden Dating-Apps herun­ter, kaufen Online-Kurse, machen Pläne. Alles, um die Dunkel­heit des Grabes nicht aushal­ten zu müssen.

Dabei ist diese orien­tie­rungs­lose Leere keine Fehl­funk­tion. Sie ist der wich­tigste Teil der Trans­for­ma­tion. Der neue Sinn kann nicht entste­hen, solange der Lärm des alten Lebens noch in deinen Ohren dröhnt. Du musst dich auflö­sen, bevor du dich neu zusam­men­set­zen kannst. Wer die Leere über­springt, recy­celt nur seine alten Fehler in neuer Verpa­ckung.

Mit welchem Lärm betäubst du gerade die Stille, die du eigent­lich bräuch­test, um dich neu zusam­men­zu­set­zen?

Meet the Coach

Eberhard Kuhl
Eber­hard Kuhl
Eber­hard Kuhl ist der Grün­der von coachverzeichnis.com. Er ist Unter­neh­mens­be­ra­ter und Coach mit Sitz in Daut­phe­tal, Hessen, und betreibt die Platt­form seit August 2025.
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