Rette niemanden, der nicht gerettet werden will.
Melody Beattie
Wir lieben es, die Rolle des edlen Retters zu spielen. Wir geben ungefragt kluge Ratschläge. Wir übernehmen die Aufgaben von überforderten Kollegen. Wir versuchen, unsere erwachsenen Familienmitglieder vor ihren eigenen Fehlern zu bewahren. Das fühlt sich im ersten Moment nach großer Fürsorge an. Es poliert unser eigenes Ego wunderbar auf.
Die psychologische Wahrheit dahinter sieht völlig anders aus. Wer ständig andere rettet, betreibt eine hochintelligente Form der Flucht. Solange du das Leben der anderen optimierst, musst du dich nicht um deine eigenen ungetroffenen Entscheidungen kümmern. Die Baustelle der anderen lenkt dich exzellent von den Trümmern in deinem eigenen Garten ab.
Außerdem schwächst du die Menschen um dich herum massiv. Gutes Coaching und echte Potenzialentfaltung bedeuten niemals, dem anderen das Gewicht abzunehmen. Es bedeutet, ihm die Verantwortung zurückzugeben, damit er eigene Muskeln aufbauen kann. Wenn du ständig fremde Brände löschst, brennst du selbst aus und verhinderst das Wachstum der anderen. Hör auf, den Feuerwehrmann zu spielen.
Wessen Leben versuchst du gerade perfekt zu optimieren, um dich vor der harten Arbeit an deinen eigenen Baustellen zu drücken?
