“Wer immer stark ist, wird irgendwann als Säule betrachtet, auf der man sich ausruhen kann – und nicht mehr als Mensch, der auch mal stürzen darf.”
– Anonym
Du bist die Säule. Du organisierst, du strukturierst, du hast die Schulter, an der sich alle ausweinen. Du bist das Netz, das die Familie oder das Team auffängt. Weil du das so verdammt gut und reibungslos machst, hat sich dein Umfeld an einen gefährlichen Gedanken gewöhnt: “Ihm/Ihr geht es gut. Er/Sie hat ja alles im Griff.”
Die Tragödie der starken Care-Geber ist ihre eigene Kompetenz. Wenn du immer funktionierst, fragt niemand mehr nach, wie es dir eigentlich geht. Die anderen übersehen deine Not nicht aus Bösartigkeit, sondern weil deine Fassade der Belastbarkeit so perfekt poliert ist. Das führt zu einer der einsamsten Erkenntnisse überhaupt: Du kümmerst dich um alle, aber niemand kümmert sich um dich. Nicht, weil sie dich nicht lieben, sondern weil du ihnen nie gezeigt hast, dass du eine Stütze brauchst.
Wer nie um Hilfe bittet, trainiert seinem Umfeld an, ihm keine anzubieten. Du musst aufhören, die unkaputtbare Maschine zu spielen. Du darfst zusammenbrechen, um zu sehen, ob die anderen gelernt haben, das Netz für dich aufzuspannen.
Welche Schwäche versteckst du heute wieder souverän, um den anderen bloß nicht zuzumuten, sich einmal um dich kümmern zu müssen?
