“Du ertrinkst nicht, weil du unter Wasser tauchst, sondern weil du unter Wasser bleibst.”
– Edwin Louis Cole

Du stol­perst. Ein Projekt schei­tert, ein Gespräch läuft schief, du brichst deine Diät ab. Und was machst du? Du bleibst liegen. Du holst die Lupe raus. Du beginnst eine umfas­sende Tatort­ana­lyse. Warum ist das passiert? Was sagt das über meine Kind­heit aus? Bin ich über­haupt fähig? Wir machen aus jedem simp­len Fehl­tritt eine psycho­lo­gi­sche Grund­satz­de­batte.

Cole bringt es auf den Punkt. Der Sturz ins Wasser ist unver­meid­bar. Er ist nass, er ist kalt, aber er ist nicht tödlich. Tödlich wird es erst durch deine Reak­tion: das Verhar­ren. Das endlose Grübeln unter der Ober­flä­che raubt dir die Luft, nicht der Aufprall selbst.

Kinder halten keine Pres­se­kon­fe­renz ab, wenn sie beim Laufen­ler­nen hinfal­len. Sie stehen auf, weil das Ziel wich­ti­ger ist als der Schmerz. Die Analyse ist oft nur eine schlaue Form der Prokras­ti­na­tion. Du redest dir ein, du würdest das Problem “bear­bei­ten”, dabei zögerst du nur den Moment hinaus, in dem du nass und frie­rend weiter­ma­chen musst.

Wie viel Luft hast du noch, während du da unten am Grund liegst und darüber nach­denkst, warum das Wasser so nass ist?