“Das Schlimmste, was einem Menschen passieren kann, ist, dass er völlig an seine Persona glaubt.“
C.G. Jung
Der Sommerurlaub ist noch ein paar Wochen entfernt und du bist jetzt schon vollkommen leer. Du spielst deine Rolle einfach zu perfekt. Die makellose Führungskraft. Das grenzenlos geduldige Elternteil. Der Kollege, der immer einspringt. Du hast diese Maske so oft getragen, dass sie sich anfühlt wie deine echte Haut.
Die Unterdrückung deines wahren Wesens kostet jeden Tag Kraft. Du stehst permanent vor der Kellertür und drückst mit deinem ganzen Gewicht dagegen, damit bloß kein unpassender Spruch nach draußen rutscht. Du lächelst freundlich im Video-Call, während deine Muskeln vor Anstrengung brennen. Wir kleben dann das Etikett Burnout darauf.
Die totale Erschöpfung kommt selten von der reinen Arbeitsbelastung. Sie ist die unweigerliche Quittung für monatelanges Schauspielern. Wahre Erleichterung spürst du erst, wenn du den Druck von der Tür nimmst. Wer sich erlaubt, unperfekt, genervt oder völlig überfordert zu sein, legt die schwerste Last ab. Die Maske darf fallen.
Wie viel deiner aktuellen Urlaubsreife ist lediglich der Muskelkater davon, dass du seit Januar ununterbrochen eine perfekte Rolle spielst?
