Es heisst, der Früh­lings­be­ginn sei die Zeit des Aufbruchs. Und tatsäch­lich – um mich herum und bei mir selbst, über­all und auf allen Ebenen schei­nen sich Dinge zu verän­dern, im Gros­sen wie im Klei­nen.

Das fühlt sich manch­mal ganz schön anstren­gend an. Ange­sichts der Jahres­zeit aller­dings offen­bar normal: Unser Körper verlässt gerade die Winter­schlaf­phase und stellt Hormon­pro­duk­tion und Stoff­wech­sel um – was nicht nur Glücks­ge­fühle und viel Ener­gie frei­setzt, sondern uns mitun­ter auch müde und antriebs­los macht. Gleich­zei­tig sind da diese Fragen, die mich beschäf­ti­gen:

Wo genau fängt der Aufbruch an – und wo hört er auf? Stehe ich noch am Anfang, in der Mitte oder schon beinahe am Ende?

Wenn ich ehrlich bin, kann ich das nicht abschlies­send beant­wor­ten. Es fühlt sich für mich aktu­ell eher danach an, dass ein neuer Absatz star­tet und kein ganz neues Kapi­tel. Denn neue Kapi­tel habe ich vor allem letz­tes Jahr ange­fan­gen zu schrei­ben – und nicht wenige. Die wollen jetzt weiter­ver­folgt werden, das merke ich deut­lich. Und da zeigt sie sich wieder, diese Aufbruchs­stim­mung, die mir beim Pläne schmie­den hilft und mich mit ganz viel Lebens­lust verbin­det.

Der Blick zurück als Kraft­quelle

Bevor ich weiter aufbre­che, möchte ich kurz verwei­len. Wenn ich auf das vergan­gene Jahr zurück­bli­cke, bin ich oft verblüfft, wie viel passiert ist und wie viel sich seit­her verän­dert hat. Es ist mir nicht immer bewusst – aber im Grunde habe ich im über­tra­ge­nen Sinne mehrere Mara­thons gleich­zei­tig absol­viert.

Es tut mir gut, darüber nach­zu­den­ken, wie ich mit all diesen Verän­de­run­gen umge­gan­gen bin – mit denen, die ich selbst ange­stos­sen habe, und auch mit jenen, die von aussen auf mich zuge­kom­men sind.

Nein, es war nicht immer einfach. Manches hat viel Kraft erfor­dert. Und trotz­dem: Inzwi­schen weiss ich, dass ich nicht alles allein stem­men muss – und das hat mir wirk­lich gehol­fen. Ich habe mir Unter­stüt­zung geholt, wenn es nötig war. Ich habe Pausen einge­legt und mir nicht zu viel abver­langt. Letz­tes Jahr ist es mir besser gelun­gen als früher, auf mich und meine Bedürf­nisse zu hören. Wie schon immer wollte ich manch­mal auch mit dem Kopf durch die Wand – aber schnel­ler ist dadurch nichts gegan­gen. Diese Erkennt­nis sitzt inzwi­schen etwas tiefer.

Den Schwung mitneh­men

Nun breche ich weiter auf. Oder nehme ich das Ende des Aufbruchs in Angriff? Keine Ahnung – und ehrlich gesagt ist mir das gerade nicht so wich­tig. Viel­mehr nehme ich den Schwung mit, der durch meinen klei­nen Rück­blick entstan­den ist.

Ich habe besser verstan­den, wie ich zuletzt mit Verän­de­run­gen umge­gan­gen bin. In vieler­lei Hinsicht finde ich, dass ich gute Wege gefun­den habe – an ande­ren Dingen möchte ich noch arbei­ten.

Das werde ich nicht nur im stil­len Kämmer­chen tun, sondern auch im Austausch mit ande­ren. Denn neue Perspek­ti­ven erschlies­sen sich selten von alleine. Neue Impulse entste­hen dort, wo wir uns mit unse­ren Mitmen­schen und der Welt um uns herum verbin­den. Und genau das hilft uns, den Mut zu finden, loszu­zie­hen – und aufzu­bre­chen.

 

Viel­leicht lohnt sich auch für dich ein kurzer Rück­blick – nicht um dich zu beur­tei­len, sondern um dir bewusst zu machen, was du schon geleis­tet hast. Nimm dir einen Moment und lass die folgen­den Fragen auf dich wirken:

  • Was hat sich in meinem Leben im letz­ten Jahr verän­dert – auch das Kleine zählt. Was habe ich dabei über mich gelernt?
  • Wo habe ich mich selbst über­rascht – posi­tiv? Was habe ich besser gemeis­tert, als ich erwar­tet hätte?
  • Was hat mir in schwie­ri­gen Momen­ten gehol­fen? Wer oder was war meine Stütze?
  • Was möchte ich in den nächs­ten Mona­ten anders ange­hen – nicht weil es falsch war, sondern weil ich gewach­sen bin?

Es geht nicht darum, eine perfekte Bilanz zu ziehen. Es geht darum, dir selbst freund­lich zu begeg­nen – und von dort aus weiter loszu­ge­hen.

Meet the Coach

Sue Oehler
Sue Oehler
Busi­ness Coach für Einzel­per­so­nen und Teams mit dem Fokus auf innere Klar­heit, Selbst­ver­ant­wor­tung und nach­hal­tige Zufrie­den­heit. Im Coaching beglei­tet er/sie Menschen dabei, inne­zu­hal­ten, sich neu zu orien­tie­ren und Verän­de­run­gen aus einer klaren, selbst­wirk­sa­men Haltung heraus zu begeg­nen – ohne schnelle Lösun­gen, dafür mit Präsenz und Tiefe.
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