“Ohne Reibung kein Glanz.”
– Sprich­wort

Wir halten Perlen für Schmuck. Für die Auster sind sie eine reine Notfall­maß­nahme. Eine Perle entsteht nur, wenn ein Fremd­kör­per – ein Sand­korn oder ein Para­sit – in das weiche Fleisch der Muschel eindringt. Es stört. Es scheu­ert. Es tut weh.

Die Auster ruft keinen Anwalt und schreibt keine Beschwer­de­mail. Sie jammert nicht über die Unge­rech­tig­keit des Meeres. Sie reagiert produk­tiv. Sie beginnt, den Stören­fried Schicht für Schicht mit Perl­mutt zu umman­teln. Sie isoliert den Schmerz, indem sie ihn veredelt. Das Ergeb­nis ist etwas Kost­ba­res, hart und glatt, das sie nicht mehr verlet­zen kann.

Dein Montag ist wahr­schein­lich voll von Sand­kör­nern. Die pampige Antwort des Kolle­gen. Der Kunde, der abspringt. Der Zug, der Verspä­tung hat. Dein Reflex ist Ärger. Du willst den Sand loswer­den. Aber Resi­li­enz bedeu­tet hier: Nimm die Störung an. Ummantle sie. Mach aus dem nervi­gen Kunden eine Fall­stu­die für Geduld. Mach aus dem Fehler eine neue Prozess-Regel. Wer den Sand nur verflucht, bleibt wund­ge­scheu­ert. Wer ihn bear­bei­tet, produ­ziert Werte.

Über welches Sand­korn ärgerst du dich heute, statt anzu­fan­gen, es Schicht für Schicht in eine Perle zu verwan­deln?

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