Man kann ein Leben führen, das von außen völlig in Ordnung aussieht, und sich trotz­dem irgend­wann fragen: Ist das eigent­lich meines?

Arbeit, Fami­lie, Verpflich­tun­gen, Geld, Erwar­tun­gen. Vieles entsteht nicht durch eine einzige große Entschei­dung. Es entwi­ckelt sich. Ein Schritt ergibt den nächs­ten. Und manches, was einmal rich­tig war, passt Jahre später viel­leicht nicht mehr.

Das bedeu­tet nicht, dass du dein Leben umkrem­peln musst. Es kann aber sinn­voll sein, gele­gent­lich zu prüfen, welche Entschei­dun­gen wirk­lich zu dir passen und welche du haupt­säch­lich triffst, weil sie vernünf­tig erschei­nen oder andere sie von dir erwar­ten.

Wenn dein Leben die nächs­ten fünf Jahre genauso weiter­läuft wie heute: Würdest du dich darauf freuen?

Du musst darauf nicht sofort eine Antwort haben. Genau dafür ist der folgende Check gedacht.

Ein kurzer Check: Wie viel von deinem Alltag bestimmst du selbst?

Es geht nicht darum, ob dein Leben gut oder schlecht ist. Und es gibt keinen Ideal­wert. Der Check soll sicht­bar machen, an welchen Stel­len es sich lohnt, genauer hinzu­schauen.

Anzeige

Was bei dir auffällt

Deine 7‑Tage-Übung

Du möch­test genauer hinschauen?

Viel­leicht hat der Check einen Punkt sicht­bar gemacht, bei dem du schon länger fest­hängst. Dann kann ein Gespräch mit einem Coach helfen, die eige­nen Gedan­ken zu sortie­ren und heraus­zu­fin­den, was für dich tatsäch­lich wich­tig ist.

Wenn du möch­test, suchen wir auf coachverzeichnis.com einen Coach, der zu deinem Thema passt. Die Anfrage ist kosten­frei und unver­bind­lich.

Kosten­frei und unver­bind­lich. Du gehst damit keine Verpflich­tung ein.

Anzeige

Warum wir so leicht in ein Leben hinein­rut­schen

Nur wenige Menschen setzen sich hin und beschlie­ßen, künf­tig vor allem die Erwar­tun­gen ande­rer zu erfül­len. Es passiert wesent­lich unspek­ta­ku­lä­rer.

Man über­nimmt eine Aufgabe, weil man sie gut kann. Man bleibt in einem Job, weil die Bedin­gun­gen vernünf­tig sind. Man sagt zu, weil man nieman­den enttäu­schen möchte. Man entschei­det sich für Sicher­heit, weil gerade nicht der rich­tige Zeit­punkt für ein Risiko zu sein scheint.

Jede einzelne dieser Entschei­dun­gen kann sinn­voll sein. Inter­es­sant wird es, wenn viele davon über Jahre in dieselbe Rich­tung zeigen.

Dann kann ein Leben entste­hen, das gut funk­tio­niert, aber nicht mehr beson­ders gut zu der Person passt, die es führt.

Woran merke ich, dass ich zu oft nach den Erwar­tun­gen ande­rer lebe?

Das lässt sich nicht an einer einzel­nen Entschei­dung fest­ma­chen. Rück­sicht zu nehmen oder Verpflich­tun­gen zu erfül­len bedeu­tet nicht auto­ma­tisch, gegen die eige­nen Bedürf­nisse zu leben.

Inter­es­san­ter sind wieder­keh­rende Muster. Du sagst häufig Ja und ärgerst dich später darüber. Du kannst ziem­lich genau sagen, was andere von dir erwar­ten, aber nur schwer, was du selbst möch­test. Eine Verän­de­rung erscheint dir attrak­tiv, gleich­zei­tig beschäf­tigst du dich sofort damit, wie andere darauf reagie­ren würden.

Auch ein Satz wie „Eigent­lich kann ich mich nicht beschwe­ren“ kann inter­es­sant sein. Denn die Frage ist nicht nur, ob es objek­tive Gründe für Unzu­frie­den­heit gibt. Die Frage ist, ob das, was du täglich tust, noch zu deinen eige­nen Vorstel­lun­gen passt.

Drei Fragen, die konkre­ter sind als „Was will ich wirk­lich?“

„Was will ich wirk­lich?“ klingt nach einer einfa­chen Frage. Tatsäch­lich ist sie so groß, dass man damit schnell im Kreis denken kann.

Hilf­rei­cher kann es sein, die Perspek­tive zu verän­dern.

1. Was würdest du tun, wenn du es nieman­dem erklä­ren müss­test?

Nimm eine Entschei­dung, die dich gerade beschäf­tigt.

Stell dir für einen Moment vor, niemand wäre enttäuscht. Niemand würde dich bewer­ten. Du müss­test deine Entschei­dung weder deiner Fami­lie noch Freun­den, Kolle­gen oder deinem Chef erklä­ren.

Würdest du genauso entschei­den?

Wenn deine Antwort Nein lautet, bedeu­tet das nicht, dass du anders handeln soll­test. Andere Menschen gehö­ren zu unse­rem Leben. Ihre Bedürf­nisse dürfen bei Entschei­dun­gen eine Rolle spie­len.

Aber du hast gerade etwas Wich­ti­ges getrennt: das, was du möch­test, und das, was andere von dir erwar­ten.

Erst wenn beides sicht­bar ist, kannst du bewusst entschei­den, welchen Kompro­miss du einge­hen möch­test.

2. Worauf wartest du?

Manche Dinge verschie­ben wir aus guten Grün­den. Für andere scheint der rich­tige Zeit­punkt einfach nie zu kommen.

Mehr Ruhe. Eine andere Arbeit. Eine Reise. Eine Weiter­bil­dung. Ein Gespräch. Weni­ger Verant­wor­tung. Mehr Verant­wor­tung. Ein eige­nes Projekt.

Nimm eine Sache, die du seit mindes­tens einem Jahr vor dir herschiebst, und vervoll­stän­dige diesen Satz:

„Ich könnte damit anfan­gen, wenn …“

Schau dir deine Antwort anschlie­ßend genau an.

Ist das tatsäch­lich eine Voraus­set­zung? Oder wartest du darauf, dass irgend­wann Bedin­gun­gen entste­hen, unter denen die Entschei­dung leicht wird?

Manch­mal ist Warten rich­tig. Manch­mal ist es eine sehr komfor­ta­ble Möglich­keit, eine Entschei­dung nicht tref­fen zu müssen.

3. Was würde dein älte­res Ich dir raten?

Stell dir dich selbst viele Jahre älter vor. Nicht als perfekte Version deiner selbst. Einfach älter.

Du blickst auf die Lebens­phase zurück, in der du heute steckst.

Was würdest du gerne darüber erzäh­len?

Was war wich­tig? Worüber hast du dir viel zu viele Gedan­ken gemacht? Was hättest du gerne auspro­biert? Und bei welcher Sache würdest du dir wünschen, dass du damals weni­ger lange gewar­tet hättest?

Diese Perspek­tive sagt dir nicht, welche Entschei­dung rich­tig ist. Sie schafft Abstand. Und manch­mal sieht eine Frage aus größe­rer Entfer­nung erstaun­lich anders aus.

Eine vierte Frage für schwie­rige Entschei­dun­gen

Wenn du zwischen zwei Möglich­kei­ten fest­hängst, schreib beide auf. Dann stell dir nicht die Frage, welche Vari­ante vernünf­ti­ger ist.

Frage statt­des­sen:

Welche Entschei­dung würde ich wahr­schein­lich stär­ker bedau­ern, wenn ich sie nie auspro­biert hätte?

Auch diese Frage entschei­det nichts für dich. Sie bringt aber einen Aspekt ins Spiel, der bei Pro-und-Contra-Listen häufig fehlt: die Kosten des Nichts­tuns.

Du musst dein Leben nicht auf den Kopf stel­len

Wer fest­stellt, dass etwas nicht mehr rich­tig passt, landet schnell bei der nächs­ten großen Frage: Was muss ich jetzt ändern?

Viel­leicht zunächst gar nichts Großes.

Zwischen „alles bleibt wie es ist“ und „ich ändere mein Leben“ liegt sehr viel Platz.

Du kannst etwas auspro­bie­ren.

Wähle eine Sache, die du eigent­lich anders haben möch­test.

Dann frage dich: Was wäre die kleinst­mög­li­che Verän­de­rung, die ich sieben Tage lang auspro­bie­ren könnte?

Viel­leicht sagst du einmal Nein, obwohl du norma­ler­weise zuge­sagt hättest. Viel­leicht reser­vierst du zwei Stun­den für etwas, das nur dir wich­tig ist. Viel­leicht führst du ein Gespräch, das du seit Wochen aufschiebst.

Oder du recher­chierst eine beruf­li­che Alter­na­tive, ohne dich gleich zu bewer­ben.

Der entschei­dende Punkt ist: Du musst noch nichts entschei­den.

Du sammelst eine Erfah­rung.

Nach sieben Tagen kannst du eine bessere Frage stel­len: Möchte ich davon mehr?

Was dabei leicht über­se­hen wird

Ein eige­nes Leben zu führen bedeu­tet nicht, immer das zu tun, worauf man gerade Lust hat.

Wir haben Verpflich­tun­gen. Wir über­neh­men Verant­wor­tung. Wir gehen Kompro­misse ein. Wir tun Dinge für Menschen, die uns wich­tig sind.

Der Unter­schied liegt darin, ob diese Entschei­dun­gen bewusst getrof­fen werden oder ob sie irgend­wann selbst­ver­ständ­lich gewor­den sind.

Viel­leicht entschei­dest du dich nach gründ­li­chem Nach­den­ken für genau dasselbe wie vorher. Dann hat die Beschäf­ti­gung mit der Frage trotz­dem etwas gebracht.

Aus einem „Ich muss“ kann ein „Ich entscheide mich dafür“ werden.

Wann Coaching bei dieser Frage sinn­voll sein kann

Manche Fragen lassen sich allein gut sortie­ren. Bei ande­ren landet man immer wieder an dersel­ben Stelle.

Du kennst sämt­li­che Argu­mente. Du hast mit Freun­den darüber gespro­chen. Du hast Listen geschrie­ben. Viel­leicht hast du sogar schon eine Entschei­dung getrof­fen und sie anschlie­ßend wieder verwor­fen.

Dann fehlt häufig nicht noch ein weite­res Argu­ment.

Ein Coaching kann helfen, die Frage anders zu betrach­ten. Welche Werte sind dir wich­tig? Welche Erwar­tun­gen beein­flus­sen deine Entschei­dung? Was hält dich tatsäch­lich zurück? Welche Möglich­kei­ten hast du bisher ausge­schlos­sen? Und was wäre ein klei­ner Schritt, mit dem du etwas auspro­bie­ren könn­test, ohne gleich alles fest­zu­le­gen?

Ein Coach sollte dir dabei nicht sagen, wie du dein Leben zu führen hast. Die Entschei­dung bleibt bei dir.

Häufige Fragen

Woher weiß ich, ob ich wirk­lich mein eige­nes Leben lebe?

Dafür gibt es keinen objek­ti­ven Test­wert. Schau statt­des­sen auf konkrete Lebens­be­rei­che. Welche Entschei­dun­gen entspre­chen deinen eige­nen Werten und Wünschen? Wo handelst du haupt­säch­lich aus Gewohn­heit, Pflicht­ge­fühl oder aufgrund der Erwar­tun­gen ande­rer? Inter­es­sant sind vor allem wieder­keh­rende Muster.

Sind Erwar­tun­gen ande­rer grund­sätz­lich schlecht?

Nein. Bezie­hun­gen, Fami­lie, Arbeit und Verant­wor­tung funk­tio­nie­ren nicht ohne Rück­sicht auf andere. Entschei­dend ist, ob du bewusst abwägst oder die Erwar­tun­gen ande­rer auto­ma­tisch Vorrang bekom­men.

Was kann ich tun, wenn ich gar nicht weiß, was ich will?

Versu­che nicht sofort, eine Antwort für dein gesam­tes Leben zu finden. Beginne klei­ner. Wovon möch­test du in deinem Alltag mehr? Wovon weni­ger? Welche Situa­tio­nen geben dir Ener­gie und welche kosten dich dauer­haft Kraft? Solche konkre­ten Beob­ach­tun­gen sind oft hilf­rei­cher als die große Frage nach dem Lebens­ziel.

Muss ich etwas verän­dern, wenn ich mit meinen Antwor­ten unzu­frie­den bin?

Nein. Eine Erkennt­nis verpflich­tet dich zu nichts. Oft ist ein klei­nes Expe­ri­ment sinn­vol­ler als eine große Entschei­dung. Probiere eine über­schau­bare Verän­de­rung aus und beob­achte, was tatsäch­lich passiert.

Was bringt die Frage nach meinem älte­ren Ich?

Sie schafft Abstand zur aktu­el­len Situa­tion. Dinge, die heute sehr wich­tig erschei­nen, können aus einer lang­fris­ti­gen Perspek­tive anders wirken. Die Übung liefert keine rich­tige Antwort, kann aber helfen, persön­li­che Prio­ri­tä­ten klarer zu erken­nen.

Kann Coaching bei solchen Lebens­fra­gen helfen?

Coaching kann sinn­voll sein, wenn du deine eige­nen Ziele, Werte und Hand­lungs­mög­lich­kei­ten klarer erken­nen möch­test oder dich bei einer Entschei­dung im Kreis drehst. Ein Coach sollte dir die Entschei­dung nicht abneh­men, sondern dir helfen, deine eigene Antwort zu entwi­ckeln.

Ist der Selbst­check ein psycho­lo­gi­scher Test?

Nein. Der Selbst­check ist eine Coaching­übung zur Selbst­re­fle­xion. Er stellt keine Diagnose und misst keine psychi­sche Erkran­kung oder psycho­lo­gi­sche Eigen­schaft.

Quel­len und weiter­füh­rende Infor­ma­tio­nen

Meet the Coach

Eberhard Kuhl
Eber­hard Kuhl
Eber­hard Kuhl ist der Grün­der von coachverzeichnis.com und Holi­day­Coa­ching. Er ist Unter­neh­mens­be­ra­ter und Coach mit Sitz in Daut­phe­tal, Hessen, und betreibt coachverzeichnis.com seit August 2025.