Kennen Sie den Film „Und täglich grüßt das Murmel­tier”? Oder das so häufig genutzte Bild vom Hams­ter­rad? Auch da bewe­gen sich Menschen, stehen auf, sind unter­wegs – und treten doch auf der Stelle. Es bleibt alles im Rahmen des Übli­chen, im Rahmen des Bana­len.

Aufbruch hat eine andere Quali­tät, eine andere Bewe­gung.

Wenn ich „Aufbruch” auf Google eingebe, wird es inter­es­sant. Viele Bedeu­tun­gen und Synonyme sind zu finden.

In den folgen­den Betrach­tun­gen fokus­siere ich mich auf zwei elemen­tare syste­mi­sche Bewe­gun­gen, die ich mit dem Wort Aufbruch verbinde.

Und ich skiz­ziere, welche Auswir­kun­gen die beiden Dyna­mi­ken auf das unter­neh­me­ri­sche Handeln haben.

1. Sich auf den Weg machen – Aufbrechen zu neuen Ufern und Wegen

Sich auf den Weg machen, aufbre­chen zu neuen Ufern und Wegen – und etwas Verkrus­te­tes, Einengen­des, Hindern­des aufbre­chen.

Aufbruch = sich auf den Weg machen, allein, gemein­sam im Team, mit dem gesam­ten Unter­neh­men. Mit Stau­nen und Neugier sich der Viel­falt der Situa­tio­nen und der Möglich­kei­ten des Lebens stel­len, erkun­den, was einem begeg­net – zwischen Über­ra­schen­dem und Geplan­tem, zwischen Flanie­ren und Ziel­stre­big­keit im Wech­sel …

Dazu gilt es, die ange­mes­sene Ausrüs­tung zu wählen.

Die ange­mes­sene – leichte und im Wesent­li­chen sinn­volle – Ausrüs­tung ermög­licht es, gut gerüs­tet und doch frei von unnö­ti­gem Ballast voran­zu­ge­hen, auch im schwie­ri­gen Gelände. Sich auf den Weg machen bedeu­tet, schöne, berüh­rende und berei­chernde Begeg­nun­gen und Erfah­run­gen zu machen, sich zu erfreuen. Es bedeu­tet, Aben­teuer zu bestehen, gefähr­li­che Situa­tio­nen zu meis­tern und dabei neue Fähig­kei­ten zu entde­cken und zu entwi­ckeln … Daraus entste­hen neue Kompe­ten­zen im Umgang mit dem Unge­wis­sen, dem Neuen. Man lernt, den Blick für die Möglich­kei­ten zu schär­fen, dem Mut zu vertrauen – und auch die eige­nen Gren­zen zu entde­cken. Deren Akzep­tanz schützt vor Über­mut und Leicht­sinn.

Das Symbol dafür: das Schiff, mit dem man sich auf den Weg macht.

Das Schiff – Symbol für den Aufbruch zu neuen Ufern

2. Verkrustungen aufbrechen

Die Verkrus­tun­gen des Gewohn­ten aufbre­chen, die Gitter­stäbe der Komfort­zone spren­gen und Gren­zen über­schrei­ten – die eige­nen und die der ande­ren.

Beherzt, entschie­den, mit Herz­klop­fen.

Damit daraus keine Gewalt wird: aus dem Herzen heraus, mit der Liebe zu sich selbst, mit der Liebe zum Menschen, mit der Liebe zum Leben als Ganzem – lebens­be­ja­hend und lebens­freund­lich.

Der Grund dafür: Unstim­mi­ges verän­dern, der Sehn­sucht nach Leben­dig­keit folgen, sich den – teils unbe­que­men – Fragen, die das Leben an einen stellt, beherzt und mutig widmen …

(Siehe dazu auch mein Kapi­tel in dem Buch „Zusam­men entschei­den”, S. Delius, C. Stro­bel)

„Freude, die Glut, die dem Sein inne­wohnt.” – Erich Fromm

Oder, wie es K. Wecker einmal formu­lierte: „Ich nehme mir das Leben – und ich geb es nicht mehr her!”

Durch­bruch – Verkrus­tun­gen aufbre­chen und Gren­zen über­schrei­ten

Als Führungskraft: Worauf es ankommt

Sich auf den Weg machenVerkrus­tun­gen des Gewohn­ten aufbre­chen
Als Führungs­kraft gilt es hier, die Aufmerk­sam­keit zu rich­ten auf … (Agiles) Projekt­ma­nage­ment und Planung Klare Projekt­steue­rung Struk­tu­ren und Prozesse ausrich­ten Fähig­kei­ten entwi­ckeln Ressour­cen bereit­stel­len bzw. über­flüs­sige Ressour­cen abbauen und entschla­cken Chan­cen sehen und wahr­neh­men Werk­zeuge entwi­ckeln und bauen Risi­ko­ana­ly­sen etc. Moni­to­ring durch klare Steue­rung und Kenn­zah­lenAls Führungs­kraft gilt es hier, die Aufmerk­sam­keit zu rich­ten auf … Mutig und beson­nen handeln (dazu gibt es einen Work­shop: 5 Quel­len des Mutes) Die Gestal­tung einer kraft­voll-klaren und wert­schät­zen­den Streit­kul­tur Klare, diffe­ren­zierte Stra­te­gien im Umgang mit Krisen­kräf­ten entwi­ckeln, Hinder­nisse ernst­neh­men, Wider­stände und Behar­rungs­kräfte ange­hen Zuver­sicht behal­ten Bewäl­ti­gungs­stra­te­gien für den Umgang mit Unsi­cher­heit entwi­ckeln Unver­füg­bar­keit akzep­tie­ren – und trotz­dem mutig handeln: „Ich liebe die Skep­sis der Intel­li­genz – und die Zuver­sicht der Tat.” (A. Gramsci) Konti­nu­ier­li­che Selbst- und Team­re­fle­xion

Für beide Dynamiken zugleich gilt es, die Aufmerksamkeit zu richten auf:

  • Entschei­dungs­kom­pe­tenz: Vom ersten Schritt „wir packen es an” bis zur Konse­quenz in der Umset­zung – dran­blei­ben.
  • Stär­ken der System­in­tel­li­genz: Konse­quente Analyse von Wech­sel­wir­kun­gen, kurz‑, mittel- und lang­fris­ti­gen Abläu­fen, von Kipp­punk­ten sowie sich verstär­ken­den oder blockie­ren­den Kräf­ten – und entspre­chend diffe­ren­zierte Maßnah­men­ge­stal­tung.
  • Gemein­same über­ge­ord­nete Orien­tie­rung an Sinn und Purpose: Was soll damit möglich werden – was soll damit gewähr­leis­tet werden?
  • Fort­schritte und Erfolge sicht- und erleb­bar machen.
Werbung

support coachverzeichnis.com