“Selbst­für­sorge ist niemals eine egois­ti­sche Hand­lung – sie ist einfach nur ein guter Umgang mit dem einzi­gen Geschenk, das ich habe, dem Geschenk, das ich auf die Welt gebracht habe, um es ande­ren anzu­bie­ten. Wann immer wir auf unser wahres Selbst hören und ihm die Pflege zukom­men lassen, die es benö­tigt, tun wir dies nicht nur für uns selbst, sondern auch für die vielen ande­ren, deren Leben wir berüh­ren.”
– Parker J. Palmer

Wir haben ein massi­ves Miss­ver­ständ­nis, wenn es um das Wort “Selbst­für­sorge” geht. In unse­ren Köpfen tauchen Bilder von Schaum­bä­dern, Duft­ker­zen und einem Glas Wein am Frei­tag­abend auf. Wir betrach­ten Selbst­für­sorge als den Nach­tisch des Lebens: eine süße Beloh­nung, die wir uns erst verdie­nen müssen, wenn wir die “echte” Arbeit erle­digt und uns völlig veraus­gabt haben.

Diese Sicht­weise ist gefähr­lich. Sie sugge­riert, dass Erho­lung ein Luxus ist, den man strei­chen kann, wenn die Zeit knapp wird. Aber schauen wir uns die Reali­tät an: Burn­out ist kein helden­haf­ter Zustand, der zeigt, wie enga­giert du bist. Es ist ein System­ver­sa­gen. Es ist das Ergeb­nis chro­ni­scher Vernach­läs­si­gung der grund­le­gen­den Wartungs­ar­bei­ten.

Stell dir vor, du würdest dein Auto so behan­deln wie dich selbst. Du igno­rierst die Warn­leuch­ten, kippst billi­gen Sprit nach und fährst perma­nent im roten Dreh­zahl­be­reich. Wenn der Motor platzt, nennst du das Schick­sal. In der Mecha­nik nennen wir das grobe Fahr­läs­sig­keit. Warum sollte es bei deiner Psyche und deinem Körper anders sein?

In dieser Woche werden wir den Begriff “Selbst­für­sorge” vom Kitsch befreien. Wir spre­chen nicht über Well­ness. Wir spre­chen über Wartung. Echte Selbst­für­sorge ist oft ungla­mou­rös. Sie bedeu­tet, Gren­zen zu ziehen, “Nein” zu sagen, schla­fen zu gehen, wenn man noch arbei­ten könnte, und Hilfe anzu­neh­men, wenn man stol­pern will. Sie ist kein egois­ti­scher Akt der Isola­tion, sondern die einzige Möglich­keit, lang­fris­tig für andere da sein zu können, ohne selbst dabei drauf­zu­ge­hen.

Du bist die wich­tigste Ressource in deinem Leben. Wenn du kaputt­gehst, bleibt alles andere liegen. Es wird Zeit, die Prio­ri­tä­ten vom Kopf auf die Füße zu stel­len.

Wartest du immer noch auf den Total­scha­den, um dir eine Pause zu “verdie­nen”, oder fängst du endlich an, die Maschine zu ölen, solange sie noch läuft?

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