Wenn du entdeckst, dass du ein totes Pferd reitest, steig ab.
Sprichwort der Dakota
Wir alle kennen diesen Spruch. Wir lachen darüber. Im echten Leben machen wir aber oft genau das Gegenteil. Wir kaufen uns eine teurere Peitsche. Wir gründen einen Arbeitskreis zur Analyse toter Pferde. Wir besuchen Seminare, um tote Pferde schneller reiten zu lernen.
Fünf Monate dieses Jahres sind gelaufen. Du hast dir im Januar große Dinge vorgenommen. Ein Buch schreiben, die Ernährung umstellen, ein bestimmtes Projekt im Büro rocken. Einiges davon hat wunderbar funktioniert. Anderes liegt völlig leblos im Staub.
Dein Instinkt schreit jetzt sofort nach mehr Disziplin. Du willst den Fehler bei dir selbst suchen. Du redest dir ein, du müsstest dich einfach nur noch etwas mehr anstrengen. Vergiss das. Manchmal ist ein Ziel einfach mausetot. Es passt nicht mehr zu deiner aktuellen Realität. Es raubt dir nur Kraft.
Stures Durchhalten ist nicht immer eine Tugend. Sehr oft ist es einfach nur feige, weil man den Schmerz des Scheiterns um jeden Preis vermeiden will. Ein totes Pferd wird durch noch so viel Disziplin nicht wieder lebendig. In dieser Woche machen wir Platz. Wir lernen die Kunst des strategischen Aufgebens. Wir trennen uns von den Altlasten des ersten Halbjahres.
Welches tote Projekt aus dem Januar ziehst du aktuell nur noch aus reinem Trotz hinter dir her?
