“Fange an, das Notwendige zu tun, dann das Mögliche, und plötzlich tust du das Unmögliche.”
– Franz von Assisi (zugeschrieben)
Nach seinem Ausstieg stand Franziskus vor einer zerfallenen kleinen Kapelle namens San Damiano. Er spürte den drängenden Impuls, sein Leben zu ändern und “das Haus wieder aufzubauen”. Was tat er? Er gründete keinen Verein. Er schrieb keinen Businessplan. Er bettelte in der Stadt buchstäblich um ein paar Feldsteine, schleppte sie zur Ruine und rührte mit bloßen Händen Mörtel an.
Wir zerdenken unsere eigene Sinnfindung. Wir wollen gleich das ganze Leben revolutionieren. Wenn wir unzufrieden sind, planen wir das große Start-up, die Weltreise, den perfekten Befreiungsschlag. Und weil das Ziel so riesig und erdrückend ist, bleiben wir auf dem Sofa sitzen und tun gar nichts.
Franziskus ist der Schutzpatron der Pragmatiker. Lass den perfekten Masterplan los. Er ist nur eine Ausrede für dein Nichtstun. Geh zu der Ruine in deinem eigenen Leben – deiner Gesundheit, deiner Beziehung, deinem Tagesablauf – und heb den allerersten, unscheinbaren Stein auf. Mach die eine kleine, notwendige Sache, die jetzt gerade ansteht. Der Weg entsteht nicht beim Nachdenken, er entsteht beim Tragen der Steine.
Welchen lächerlich kleinen Stein weigerst du dich heute aufzuheben, weil du in Gedanken schon wieder eine Kathedrale planst?
