“Wer immer nur auf den Horizont starrt, vergisst, wie viele Meilen er schon gelaufen ist.”
– Anonym
Wir messen unseren Wert meistens an dem, was noch fehlt. Wir haben im Januar Ziele definiert: die Beförderung, den Marathon, den Umsatz. Jetzt ist Juni. Wir schauen auf diese Ziele und sehen die Lücke. Wir sehen den Abstand zwischen unserem jetzigen Stand und dem Ideal. Dieser Blick in die Lücke (“The Gap”) produziert permanenten Frust. Du bist nie am Ziel, also bist du nie genug.
Dankbarkeit bedeutet, die Blickrichtung um 180 Grad zu drehen. Du drehst dem Ideal für einen Moment den Rücken zu und schaust auf deinen Startpunkt im Januar zurück (“The Gain”). Schau dir an, was du seitdem bewältigt hast. Die Konflikte, die du gelöst hast. Die Projekte, die du abgeschlossen hast. Die Krisen, die du überstanden hast.
Das Ideal ist wie der Horizont: Es weicht immer weiter zurück, je näher du ihm kommst. Du kannst dort niemals ankommen. Deine einzige messbare, reale und feierbare Wahrheit ist die Distanz, die du bereits zurückgelegt hast. Wer diese Distanz nicht anerkennt, beraubt sich selbst seines eigenen Treibstoffs.
Schaust du gerade auf die zehn Schritte, die dir noch fehlen, oder auf die hundert Schritte, die du schon gegangen bist?

