“Wer etwas will, findet Wege. Wer etwas nicht will, findet Gründe.”
– Götz Werner
Der goldene Käfig hat eine perfide Eigenschaft: Je dicker die Gitterstäbe aus purem Gold sind, desto brillanter wird dein Verstand darin, sie zu verteidigen. Du hasst den Job, aber du hast die Argumentation für dein Bleiben perfektioniert. “Die Kollegen sind doch nett.” “Die Altersvorsorge ist unschlagbar.” “In meinem Alter fängt man nicht mehr neu an.”
Karriereberater nennen das Totschlagargumente. Es sind hochintelligente, rational unantastbare Sätze, die nur einen einzigen Zweck haben: die Diskussion sofort zu beenden, bevor das unangenehme Bauchgefühl zu laut wird. Du nutzt deinen eigenen Intellekt als Waffe gegen deine Intuition. Du baust eine Festung aus Logik, um die Leere in dir drin nicht fühlen zu müssen.
Aber Grundbedürfnisse lassen sich nicht mit Tabellen abspeisen. Wenn dein Kontostand voll, aber dein Bedürfnis nach Sinn chronisch unterernährt ist, nützt dir die schlauste Ausrede nichts. Der Hunger bleibt.
Welches brillant formulierte Argument nutzt du immer wieder, um deine innere Stimme mundtot zu machen?
