“Aber sie fanden keinen Weg, denn die viel tausend Vögel, die im Walde fliegen, die hatten sie weggepickt.”
– Hänsel und Gretel (Brüder Grimm)
Wir lieben unsere Sicherheitsnetze. Wenn wir einen neuen Weg einschlagen, lassen wir gerne eine Hintertür offen. Wir legen Kieselsteine aus, um im Notfall ins alte, bekannte Elend zurückkehren zu können. Beim ersten Mal funktioniert das. Beim zweiten Mal ersetzen wir die Kiesel durch Brotkrümel.
Aber das Leben, die Vögel des Waldes, fressen deine Krümel auf. Und das ist das Beste, was dir passieren kann. Solange du den Weg zurück kennst, bist du nicht wirklich aufgebrochen. Du bist nur auf einem Spaziergang. Echter Aufbruch bedeutet, dass die Rückkehr physisch und psychisch unmöglich wird. Die Brücken brennen.
Erst wenn die Brotkrümel weg sind, beginnt das eigentliche Abenteuer. Erst dann bist du gezwungen, tief in den dunklen Wald zu gehen, dich der Hexe (deinen tiefsten Ängsten) zu stellen und dir den Schatz selbst zu erobern. Wer immer nur auf den Rückweg schielt, wird niemals das Pfefferkuchenhaus finden.
Welche Brotkrümel streust du noch panisch aus, um dir den Weg zurück in ein Leben offenzuhalten, das du eigentlich hassen gelernt hast?

