„Verkau­fen fällt mir schwer.“
Okay.

Dann machen wir einen klei­nen Test:

Du hast ein Restau­rant entdeckt, in dem Du rich­tig gut geges­sen hast. Erzählst Du Freun­den davon?

Du hast ein Buch gele­sen, das Dich begeis­tert hat. Empfiehlst Du es weiter?

Du kennst jeman­den, der genau der rich­tige Ansprech­part­ner für ein Problem wäre. Stellst Du den Kontakt her?

Vermut­lich alles kein Problem.

Du erklärst, warum Du etwas gut findest. Du wirst viel­leicht sogar ziem­lich über­zeu­gend. Und wenn Dein Gegen­über sagt: „Nee, ist nichts für mich“, bricht für Dich auch keine Welt zusam­men.

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Inter­es­sant wird es, sobald es um das eigene Ange­bot geht.

Plötz­lich heißt es: „Ich kann nicht verkau­fen.“

Viel­leicht kannst Du es doch.

Was ist denn gerade passiert?

Du hast etwas empfoh­len, von dessen Quali­tät Du über­zeugt bist.

Du hast einem ande­ren Menschen erklärt, warum es für ihn inter­es­sant sein könnte.

Und Du hast ihm anschlie­ßend die Entschei­dung über­las­sen.

Ziem­lich viel Verkauf für jeman­den, der angeb­lich nicht verkau­fen kann.

Der entschei­dende Unter­schied: Beim Restau­rant, Buch oder Lieb­lings­fri­seur geht es nicht um Dich.

Ein Nein zum Restau­rant ist ein Nein zum Restau­rant.

Ein Nein zu Deinem Coaching, Deiner Bera­tung oder Deinem Work­shop fühlt sich dage­gen schnell an wie ein Nein zu Dir.

Und genau da wird es span­nend.

Angst vor Verkau­fen oder doch eher Angst vor Ableh­nung?

Ich halte nicht viel davon, jedes unan­ge­nehme Gefühl sofort mit einem großen Etikett zu verse­hen.

Deshalb lohnt sich bei „Angst vor Verkau­fen“ erst einmal eine genauere Frage:

Was genau macht Dir eigent­lich Angst?

Das Verkau­fen selbst?

Oder der Moment, in dem Dein Gegen­über Nein sagen könnte?

Gerade bei Dienst­leis­tun­gen ist die Tren­nung nicht immer einfach. Schließ­lich verkaufst Du keine Packung Schrau­ben.

Du verkaufst Deine Erfah­rung. Dein Wissen. Deine Zeit. Deine Art zu arbei­ten. In gewis­ser Weise also immer auch ein Stück von Dir.

Und wenn darauf ein Nein kommt, kann das ordent­lich am Ego krat­zen.

Das Problem beginnt, wenn Du versuchst, dieses Nein unbe­dingt zu vermei­den.

Eine „Verkaufs­ver­mei­dung“ kann ziem­lich krea­tiv werden

Dann passiert nämlich etwas Merk­wür­di­ges:

  1. Du verkaufst nicht mehr.
  2. Du „infor­mierst erst einmal“.
  3. Du schickst „ganz unver­bind­lich ein paar Unter­la­gen“.
  4. Du erwähnst neben­bei, dass man „natür­lich auch mal schauen könnte“.
  5. Du erzählst eine halbe Stunde lang, was Du alles anbie­test, aber fragst nicht, ob Dein Gegen­über es kaufen möchte.
  6. Und wenn der Inter­es­sent nicht von selbst mit gezück­ter Kredit­karte über den Tisch springt, gehst Du nach Hause und denkst:
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„Siehst Du. Verkau­fen kann ich einfach nicht.“

Doch.

Du hast nur versucht, das Risiko eines Neins möglichst elegant zu umschif­fen.

Das ist ein Unter­schied.

Ein Nein gehört zum Geschäft.

Ich habe viele Jahre im Vertrieb gear­bei­tet.

Und ich kann Dir versi­chern: Auch gute Verkäu­fer bekom­men ein Nein.

Regel­mä­ßig.

Das gehört dazu.

Du kannst ein gutes Ange­bot haben, das Gespräch kann gut gelau­fen sein und Dein Gegen­über kann trotz­dem nicht kaufen.

  1. Kein Budget.
  2. Falscher Zeit­punkt.
  3. Andere Prio­ri­tä­ten.
  4. Oder schlicht: Er will nicht.

Auch das darf sein.

Guter Vertrieb bedeu­tet nicht, jedes Nein in ein Ja zu verwan­deln.

Ganz im Gegen­teil. Wenn Dein Ziel lautet, um jeden Preis ein Ja zu bekom­men, wird Verkau­fen tatsäch­lich unan­ge­nehm. Für beide Seiten.

Du musst nicht angst­frei verkau­fen.

Viel­leicht liegt genau hier einer der Denk­feh­ler.

Du musst Deine Unsi­cher­heit nicht erst voll­stän­dig loswer­den, bevor Du verkau­fen darfst.

Du musst auch nicht plötz­lich Freude daran haben, Ange­bote zu machen oder ein Nein zu kassie­ren.

Du darfst lernen, damit umzu­ge­hen.

Eine Verkaufs­hem­mung wird nicht klei­ner, indem Du Verkaufs­si­tua­tio­nen vermei­dest. Sie wird klei­ner, wenn Du erlebst:

  1. Ich kann mein Ange­bot klar ausspre­chen.
  2. Ich kann fragen, ob mein Gegen­über es möchte.
  3. Ich kann die Antwort abwar­ten.
  4. Und ich über­lebe sogar ein Nein.
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Verkaufen tut nicht weh

Mach das Nein wieder klei­ner.

Ein Nein bedeu­tet nicht: „Du bist schlecht.“

Es bedeu­tet zunächst einmal nur: „Ich kaufe dieses Ange­bot jetzt nicht.“

Nicht mehr. Aber auch nicht weni­ger.

Natür­lich darfst Du danach hinschauen. War mein Ange­bot verständ­lich? Habe ich den rich­ti­gen Bedarf ange­spro­chen? War ich klar genug? Spre­che ich über­haupt mit den rich­ti­gen Menschen?

Das ist Vertrieb.

Aber mach aus einer geschäft­li­chen Entschei­dung Deines Gegen­übers keine Bewer­tung Deiner Person.

Denn dann wird aus jedem Verkaufs­ge­spräch eine kleine Mutprobe.

Und darauf hätte ich auch keine Lust.

Wenn Du also das nächste Mal denkst: „Verkau­fen fällt mir schwer“, ergänze den Satz einmal:

„Verkau­fen fällt mir schwer, weil …“

Ich bin ziem­lich sicher: Hinter diesem „weil“ steckt die inter­es­san­tere Antwort.

Und mit der kann man arbei­ten.

Verkau­fen tut nicht weh. Ein Nein manch­mal schon ein biss­chen. Aber auch das geht vorbei.

5 Situa­tio­nen · ca. 1 Minute

Wie schwer fällt dir ein Nein wirk­lich?

Verkau­fen fällt dir schwer? Viel­leicht ist gar nicht das Verkau­fen das Problem, sondern der Moment, in dem dein Gegen­über sich entschei­den muss. Fünf kurze Situa­tio­nen zeigen dir, wie du damit umgehst.

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Dein Ergeb­nis

Dein Expe­ri­ment fürs nächste Gespräch:

Beob­achte dabei weni­ger die Reak­tion deines Gegen­übers als deine eigene: Was passiert in dir, sobald eine Entschei­dung möglich wird?

Möch­test du beim Verkau­fen siche­rer werden?

Wenn du an solchen Situa­tio­nen konkret arbei­ten möch­test, vermit­teln wir dir auf Wunsch einen passen­den Vertriebs­coach oder Mentor aus coachverzeichnis.com. Dein Test­ergeb­nis wird dabei mit über­mit­telt.

Vielen Dank.
Deine Anfrage ist einge­gan­gen. Wir schauen, welcher Vertriebs­coach oder Mentor zu deinem Anlie­gen passt.

Meet the Coach

Tanja Lords
Tanja Lords
Syste­mi­sche Busi­ness Coachin, Mento­rin und Vertriebs­exper­tin mit lang­jäh­ri­ger Erfah­rung im B2B-Vertrieb. Sie beglei­tet Selbst­stän­dige, Vertriebs­pro­fis und Führungs­kräfte dabei, Verkau­fen leich­ter zu machen — ohne Druck, Verkaufstricks oder auswen­dig gelernte Verkaufs­sätze. Im Mittel­punkt stehen Klar­heit, Haltung und ein Vertrieb, der zur eige­nen Persön­lich­keit und zum Unter­neh­men passt. Dabei verbin­det sie fundierte Vertriebs­er­fah­rung mit ihrem syste­mi­schen Blick auf Menschen, Struk­tu­ren und Zusam­men­hänge.