Was ist Walk and Talk Coaching?

Beim Walk and Talk Coaching sitzen sich Coach und Klient nicht gegen­über, sondern gehen gemein­sam ein Stück. Statt Büro­stuhl und Kaffee­tasse gibt es festes Schuh­werk und frische Luft, das Gespräch selbst bleibt struk­tu­riert und ziel­ge­rich­tet wie jede andere Coaching-Sitzung auch. Nur der Rahmen ändert sich, und genau dieser Rahmen­wech­sel hat einen über­ra­schend großen Effekt darauf, wie offen und krea­tiv Gesprä­che verlau­fen.

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Woher die Methode kommt

Ursprüng­lich stammt der Ansatz aus der Psycho­the­ra­pie. Die kana­di­sche Psycho­lo­gin Kate Hays hat in ihrem Buch “Working It Out: Using Exer­cise in Psycho­the­rapy” beschrie­ben, warum sie Bewe­gung gezielt in Sitzun­gen einbaut: Sie bringt Klien­ten körper­lich in Schwung, hilft dabei, an fest­ge­fah­re­nen Themen weiter­zu­ar­bei­ten, und öffnet den Kopf für neue Gedan­ken. In den USA hat sich daraus eine eigene Praxis­form entwi­ckelt, über die unter ande­rem CNN berich­tet hat, mit Anbie­tern in Städ­ten wie Boston oder Austin. Von der Thera­pie hat der Ansatz seinen Weg ins Coaching gefun­den, wo er heute für ganz unter­schied­li­che Anlie­gen genutzt wird, beruf­lich wie privat.

Was die Forschung dazu sagt

Dass Gehen das Denken tatsäch­lich verän­dert, ist inzwi­schen auch wissen­schaft­lich unter­sucht. Eine viel­zi­tierte Studie der Stan­ford Univer­sity von Marily Oppezzo und Daniel Schwartz aus dem Jahr 2014 zeigt, dass Versuchs­per­so­nen bei Krea­ti­vi­täts­auf­ga­ben im Gehen deut­lich bessere Ergeb­nisse liefern als im Sitzen, und das unab­hän­gig davon, ob sie drau­ßen unter­wegs sind oder drin­nen auf einem Lauf­band gehen. Für ein Coaching-Gespräch heißt das: Die Bewe­gung selbst trägt zum Denk­pro­zess bei, nicht nur der Tape­ten­wech­sel drum­herum. Wer im Coaching also an neuen Perspek­ti­ven oder krea­ti­ven Lösun­gen arbei­tet, profi­tiert direkt von der körper­li­chen Akti­vi­tät.

Auch in der Busi­ness­welt ange­kom­men

Walking Meetings sind längst kein Nischen­phä­no­men mehr. Steve Jobs und Mark Zucker­berg sind bekannt dafür gewor­den, wich­tige Gesprä­che im Gehen zu führen, und die Unter­neh­me­rin Nilo­fer Merchant hat das Format mit ihrem TED-Talk “Got a Meeting? Take a Walk” einem brei­ten Publi­kum bekannt gemacht. Sie hat einen Teil ihrer wöchent­li­chen Meetings durch Spazier­gänge ersetzt und gegen­über NPR beschrie­ben, wie sich dadurch Hier­ar­chien auflö­sen: Wenn zwei Menschen neben­ein­an­der in Turn­schu­hen unter­wegs sind, tritt die formale Rang­ord­nung in den Hinter­grund. Genau dieser Effekt macht das Format auch für Führungs­kräfte-Coaching und Mitar­bei­ter­ge­sprä­che inter­es­sant.

Für wen eignet sich Walk and Talk beson­ders?

Erfah­rungs­ge­mäß eignet sich das Format für so gut wie jedes Coaching-Anlie­gen, aber bei bestimm­ten Themen zeigt sich der Effekt beson­ders deut­lich:

  • Bei Entschei­dungs­fin­dung und Stand­ort­be­stim­mung, weil das Gehen hilft, Gedan­ken zu ordnen
  • Bei emotio­nal aufge­la­de­nen Themen, weil der fehlende direkte Blick­kon­takt vielen Menschen das Öffnen erleich­tert
  • Bei krea­ti­ven Frage­stel­lun­gen, etwa zu beruf­li­cher Neuaus­rich­tung oder neuen Ideen
  • Bei Führungs­kräf­ten, die abseits des Büro­all­tags einen offe­ne­ren Austausch suchen

Wenn du einen Coach suchst, der Walk and Talk als Format anbie­tet, findest du auf coachverzeichnis.com passende Profile mit Anga­ben zu Metho­den und Schwer­punk­ten.

Walk and Talk im Urlaub

Eine beson­dere Form ist die Kombi­na­tion aus Walk and Talk und Reise. Wer ohne­hin für ein paar Tage raus möchte, kann das Coaching-Gespräch direkt in eine Auszeit einbauen, etwa entlang eines Sees, im Wald oder an der Küste. Ein Anbie­ter, der genau darauf spezia­li­siert ist, ist Holi­day­Coa­ching, eine Platt­form, die Coaching-Ange­bote gezielt mit Urlaubs­de­sti­na­tio­nen verbin­det.

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HolidayCoaching

FAQ

Ist Walk and Talk dasselbe wie ein norma­ler Spazier­gang?

Nein. Ein Coach beglei­tet das Gespräch gezielt mit Fragen und Struk­tur. Ein Spazier­gang ist einfach Bewe­gung, Walk and Talk ist ein geführ­tes Coaching-Gespräch in Bewe­gung.

Eignet sich Walk and Talk auch für schwie­rige oder emotio­nale Themen?

Ja, oft sogar beson­ders gut. Ohne direk­ten Blick­kon­takt fällt vielen Menschen das Öffnen leich­ter, weil der Druck einer klas­si­schen Sitz­si­tua­tion wegfällt.

Ist Walk and Talk nur für private Anlie­gen geeig­net?

Nein. Auch im beruf­li­chen Kontext wird das Format genutzt, etwa für Mitar­bei­ter­ge­sprä­che oder stra­te­gi­sche Einzel­ge­sprä­che, weil es Hier­ar­chien abbaut und krea­ti­ves Denken fördert.

Wie lange dauert eine Walk-and-Talk-Session in der Regel?

Meist zwischen 60 und 90 Minu­ten, je nach Anlie­gen und Format des jewei­li­gen Coachs.

Quel­len

Meet the Coach

Eberhard Kuhl
Eber­hard Kuhl
Eber­hard Kuhl ist der Grün­der von coachverzeichnis.com und Holi­day­Coa­ching. Er ist Unter­neh­mens­be­ra­ter und Coach mit Sitz in Daut­phe­tal, Hessen, und betreibt coachverzeichnis.com seit August 2025.