“Wann immer Sie sich nicht entschei­den können – wählen Sie die Verän­de­rung, nicht den Status quo.”
– Steven Levitt

Es gibt dieses roman­ti­sche Bild vom Ausstei­ger. Jemand wirft seinen hoch­be­zahl­ten Mana­ger­job hin, um eine Schrei­ne­rei zu eröff­nen oder durch die Welt zu segeln. Die Zurück­ge­blie­be­nen stehen am Rand, applau­die­ren und raunen sich zu: “Wie mutig.” Wir glori­fi­zie­ren diesen Schritt als einen Akt von helden­haf­ter Kühn­heit. Als hätte da jemand eine beson­dere DNA, die ihn furcht­los macht.

Die Psycho­lo­gie zeich­net ein völlig ande­res, viel profa­ne­res Bild. Wer den golde­nen Käfig verlässt, springt selten aus Mut. Er springt aus schie­rer Verzweif­lung. Wenn das Büro­ge­bäude brennt, braucht man keinen Mut, um aus dem Fens­ter in das rettende Sprung­tuch zu sprin­gen. Die Hitze im Rücken nimmt einem die Entschei­dung ab. Genau das passiert bei einem schein­bar perfek­ten, aber inner­lich hohlen Job. Der Leidens­druck, das schlei­chende Ersti­cken der eige­nen Leben­dig­keit, wird irgend­wann so uner­träg­lich, dass die Flucht in die Unge­wiss­heit als das klei­nere Übel erscheint.

Wir blei­ben nicht, weil uns der Mut fehlt. Wir blei­ben, weil der Schmerz noch nicht groß genug ist. Weil das Gehalt wie ein star­kes Schmerz­mit­tel wirkt, das die Symptome der Sinn­lo­sig­keit betäubt. In dieser Woche entzau­bern wir den golde­nen Käfig. Wir schauen uns an, warum das Gehirn die bekannte Hölle dem unbe­kann­ten Himmel vorzieht, warum unent­schlos­sen zu sein schlim­mer ist als arbeits­los zu sein, und was passiert, wenn man eine Münze über sein Leben entschei­den lässt.

Wie viel Schmer­zens­geld bekommst du jeden Monat dafür über­wie­sen, dass du dein eige­nes Ersti­cken igno­rierst?

Meet the Coach

Eberhard Kuhl
Eber­hard Kuhl
Eber­hard Kuhl ist der Grün­der von coachverzeichnis.com. Er ist Unter­neh­mens­be­ra­ter und Coach mit Sitz in Daut­phe­tal, Hessen, und betreibt die Platt­form seit August 2025.
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