“Weil ich Durst empfand, grab´ ich einen Brun­nen, aus dem die andren trin­ken.”
– Arabi­sches Sprich­wort

Wir neigen dazu, große Taten und Inno­va­tio­nen zu roman­ti­sie­ren. Wir stel­len uns den Erfin­der oder den Helfer als jeman­den vor, der morgens aufwacht und nur darüber nach­denkt, wie er die Welt retten kann. Das ist ein schö­nes, aber oft falsches Bild, das uns lähmt. Wir denken, wir wären nicht selbst­los genug, um etwas zu bewir­ken.

Dieses Sprich­wort rückt die Perspek­tive zurecht. Am Anfang steht nicht der Wunsch, die Mensch­heit zu versor­gen. Am Anfang steht der eigene, bren­nende Durst. Ein ganz persön­li­cher Mangel. Eine Unzu­frie­den­heit. Ein Problem, das dich so sehr stört, dass du zur Schau­fel greifst, weil du es nicht länger aushältst.

Das Geschenk an die Gemein­schaft ist oft nur das Neben­pro­dukt deiner eige­nen Selbst­hilfe. Du entwi­ckelst eine Lösung, weil du sie brauchst. Du verän­derst einen Prozess, weil er dich nervt. Du schaffst einen Ort der Ruhe, weil du selbst erschöpft bist. Indem du dein eige­nes Leiden ernst nimmst und behan­delst, schaffst du fast auto­ma­tisch etwas, das auch andere nährt.

Welches Problem, das dich gerade persön­lich am meis­ten quält, könnte die Quelle für deinen Brun­nen sein?