“Ich weiß gar nicht, was mit mir los ist. Aber gut ist es nicht, glaube ich.”

Viel­leicht beginne ich so: Ich glaube nicht, dass wir alle plötz­lich empfind­li­cher gewor­den sind und nur darauf aus sind, uns irgend­wel­che Psycho-Etiket­tie­run­gen umhän­gen zu wollen, um damit etwas zu entschul­di­gen: Depres­sion, Ansg­stö­rung, ADHS, Hoch­sen­si­bi­li­tät, Burn­out, was auch immer. Das ist mir als Erklä­rung zu bequem, und neben­bei ehrlich gesagt auch ein biss­chen anma­ßend. Lasst uns doch mal auf das gucken, was gerade passiert: Wir leben in einer Zeit, die gefühlt stän­dig, multi­me­dial und unge­fragt auf uns einprü­gelt. Abge­se­hen davon, dass diese Welt uns mit Infor­ma­tio­nen, Kampa­gnen, Propa­ganda und nicht zu verges­sen: Nonsens zuschüt­tet, will diese Welt auch noch sehr viel von uns wissen: Wie wir zur Welt­lage stehen, zur Zukunft, zur Arbeit, zur Sicher­heit in unse­rem Land, zur eige­nen Rolle als Vater oder Mutter, zur nächs­ten Krise, schreib es in die Kommen­tare.

Da ist es ehrlich gesagt nicht verwun­der­lich, wenn unser Kopf oft nicht mehr abschal­ten kann, wenn wir in den Feier­abend gehen. Oder dass sich unser Kopf am Morgen viel zu schnell einschal­tet und direkt mal in den roten Bereich dreht. Oder dass wir mitten in der Nacht aufwa­chen und nicht mehr einschla­fen können, weil uns zu viele Gedan­ken durch den Kopf gehen, die wir einfach nicht mehr geord­net bekom­men. Ich glaube, diese Zeit macht etwas mit uns, mit jedem von uns. Lass uns also angu­cken, wie wir gut durch diese wilde Zeit kommen.

Es ist die Gleich­zei­tig­keit, die uns stresst.

Das Anstren­gende ist nicht, dass gerade viel passiert. Irgend­was ist ja immer – und das war auch immer schon so. Das Leben an sich war noch nie ein beson­ders aufge­räum­ter Ort – auch wenn wir manch­mal so tun, als hätte es früher irgendwo eine über­sicht­li­chere Version des Lebens gege­ben. Zumin­dest für die Menschen von früher war es defi­ni­tiv nicht so; alles hat seine Zeit­qua­li­tät, alles ist rela­tiv.

Der Punkt ist eher, dass die Dinge heute kaum noch sauber zu über­bli­cken sind, bei der Medi­en­viel­falt, die wir haben. Wenn wir uns das dann mal inhalt­lich anse­hen: Eine Nach­richt ist heute selten nur eine Nach­richt. Sie kommt als Einord­nung, Gegen­mei­nung, Kommen­tar, Empö­rung, Propa­ganda, Exper­ten­runde oder als irgend­eine KI-Kurz­vi­deo daher, in dem jemand sehr sicher weiß, was die aktu­elle Lage besser oder schlech­ter macht. Und dann wird’s wirk­lich inter­es­sant: Wir nehmen also nicht einfach Infor­ma­tio­nen auf, wir müssen sie stän­dig sortie­ren: Was ist rele­vant (gene­rell und für mich)? Was ist Meinung? Was ist Propa­ganda? Und was ist gut ausge­leuch­te­ter Nonsens, von dem es leider immer mehr gibt.

Leider ist heute auch der Zugang und die Verfüg­bar­keit von alldem wahn­sin­nig einfach: Alles steckt im Smart­phone, oft nur einen Wisch vonein­an­der entfernt: Krieg, Wetter, Akti­en­markt, Kinder­ge­burts­tag, Fußball­ver­ein, poli­ti­sche Analyse, Krieg. Und dann noch die Werbung für eine Heiß­luft­frit­teuse, die zumin­dest ich nicht brau­che. All das kostet Kraft! Das reine Sortie­ren der Infor­ma­ti­ons­flut ist heute zu einem unbe­zahl­ten Neben­job gewor­den.

 Zu viel Junk Food für unse­ren Kopf.

Das alleine ist schon doof, das wirk­lich Belas­tende ist aber: Dein Kopf bekommt das ganze Zeug nicht fertig verar­bei­tet. Nach dem Vorsor­tie­ren kommt der unan­ge­neh­mere Teil. Der Kopf muss irgend­wo­hin mit dem Gedan­ken­wirr­warr.

Das ist der Job unse­res Arbeits­ge­dächt­nis­ses, also der Teil unse­res Denkens, der Infor­ma­tio­nen nicht nur kurz fest­hält, sondern aktiv mit ihnen arbei­tet: prüfen, verglei­chen, einord­nen, entschei­den, was wich­tig ist und was wieder weg kann. Nelson Cowan, ein ameri­ka­ni­scher Kogni­ti­ons­psy­cho­loge, der seit Jahr­zehn­ten zu Aufmerk­sam­keit und Arbeits­ge­dächt­nis forscht, hat die alte Idee vom „sieben Dinge gleich­zei­tig merken“ deut­lich zurecht­ge­rückt. Seine Forschung legt nahe, dass die eigent­li­che Kapa­zi­tät oft eher bei drei bis fünf sinn­vol­len Einhei­ten liegt, je nach­dem, wie vertraut und gut gebün­delt diese Infor­ma­tio­nen sind. Auf gut Deutsch: Unser Kopf ist kein Groß­raum­büro für belie­big viele offene Jobs, Vorgänge, Fragen, Diskus­sio­nen etc.

Wenn wir unse­rem Kopf nun den ganzen Tag stark verdich­te­ten, emotio­nal aufge­la­de­nen und oft nur halb­lo­gi­schen Content hinwer­fen, passiert deshalb etwas ziem­lich Einfa­ches: Er fängt an zu arbei­ten, bekommt aber zu wenig Gele­gen­heit, jemals fertig zu werden. Eine Nach­richt stößt eine Sorge an, ein Kommen­tar reizt Wider­spruch, ein Bild bleibt hängen, eine Zahl wirkt bedroh­lich, eine Behaup­tung verlangt Einord­nung. Und noch bevor wir aus einem dieser Dinge einen halb­wegs saube­ren Gedan­ken schmie­den können, kommt schon der nächste Content-Brocken daher.

Psycho­lo­gisch gese­hen hat das Folgen, denn uner­le­digte Gedan­ken binden Aufmerk­sam­keit. Sie blei­ben nun nicht unbe­dingt als klarer Satz im Bewusst­sein, sondern wirken eher unbe­wusst als innere Span­nung, als orien­tie­rungs­lose Such­be­we­gung, als dieses schwer zu grei­fende Gefühl, dass da noch etwas offen ist. Genau deshalb kommen wir abends inner­lich oft nicht zur Ruhe: Der Kopf hat tags­über nicht einfach Infor­ma­tio­nen gesam­melt, sondern lauter kleine Denk­pro­zesse ange­sto­ßen, von denen zu viele keinen Abschluss bekom­men haben.

 Achte auf Deine Soll­bruch­stel­len.

Jetzt wird’s persön­lich. Denn all das, was von außen auf uns (persön­lich) einwirkt, landet ja nicht in einem neutra­len Innen­raum, sondern auf einem indi­vi­du­ell ausge­stal­te­ten Nähr­bo­den: Es landet in einem Leben, das schon eine Geschichte hat. Mit Erfah­run­gen, Gewohn­hei­ten, alten Antrei­bern, beruf­li­chen Rollen, Fami­li­en­ver­ant­wor­tung, Sicher­heits­be­dürf­nis, Kontroll­ver­su­chen, Krän­kun­gen, Erfol­gen, Enttäu­schun­gen und allem, was man eben so mit sich herum­schleppt. Klei­nes Hand­ge­päck ist das eher nicht, vor allem dann nicht, wenn man keine 25 mehr ist.

Also, dieselbe Situa­tion trifft uns nicht alle gleich. Eine Nach­richt über wirt­schaft­li­che Unsi­cher­heit kann bei der einen sofort eine Angst um den Verlust ihres Arbeits­plat­zes auslö­sen. Bei einem ande­ren landet sie bei seinen Kindern und der Sorge, wie sie später einmal durch­kom­men sollen. Jemand hört eine poli­ti­sche Debatte und merkt, wie schnell er inner­lich gereizt wird, weil er ohne­hin das Gefühl hat, dass gerade zu viel schief­läuft. Wieder jemand ande­res reagiert nicht laut, sondern macht inner­lich zu, liest weni­ger, redet weni­ger, zieht sich zurück und verkauft das viel­leicht sogar als Gelas­sen­heit.

Das meine ich mit Soll­bruch­stel­len, die sind bei jedem aufgrund von „Vorle­ben und Erfah­run­gen“ woan­ders. Bitte nicht mit Schwä­che verwech­seln oder andere Stig­ma­ti­sie­run­gen suchen – das ist schlicht und ergrei­fend Deine indi­vi­du­elle Kondi­tio­nie­rung. Dort reagiert Dein System einfach schnel­ler, stär­ker oder auto­ma­ti­scher als an ande­ren Stel­len. Beispiele: Wer Sicher­heit braucht, reagiert empfind­li­cher auf Unsi­cher­heit. Wer Verant­wor­tung sehr ernst nimmt, reagiert schnel­ler auf Kontroll­ver­lust. Wer seinen Wert stark über Leis­tung orga­ni­siert, wird unru­hi­ger, wenn Arbeit, Bran­che oder Zukunft wackeln. Wer ohne­hin wenig innere Ruhe hat, wird durch media­les Dauer­feuer nicht unbe­dingt klarer.

Ich finde hier beson­ders inter­es­sant und auch lehr­reich für mich persön­lich: Was von dem ganzen Wahn­sinn da drau­ßen trig­gert mich (und warum) und was genau springt dann in mir an? Also habe ich mir ange­wöhnt, so zu denken: Egal ob’s Unfug oder gar Irrsinn ist – alles, was von drau­ßen kommt und mich erst­mal anpiekst, kann mich weiter­brin­gen, weil ich am Ende des Tages wieder etwas über mich gelernt habe.

Alte Stra­te­gien funk­tio­nie­ren bei neuen Anfor­de­run­gen nicht mehr.

Wenn man einmal erkannt hat, wo die eige­nen Soll­bruch­stel­len liegen, wird meist auch sicht­bar, was man dort auto­ma­tisch tut. Der eine will mehr wissen. Der nächste will kontrol­lie­ren. Wieder jemand ande­res geht in „noch mehr Leis­tung“, plant genauer, liest noch einen Arti­kel, hört noch einen Podcast und nennt das dann „sinn­volle Recher­che“. Hey, kann ja alles so sein. Kann aber auch eine wohl­erzo­gene und gut ange­zo­gene Form von Unruhe sein.

Diese Schutz­stra­te­gien sind übri­gens nicht doof, zumin­dest waren sie das früher nicht. Kontrolle, Wach­sam­keit, Rück­zug, Leis­tung, Durch­hal­ten — das sind alte Über­le­bens­pro­gramme. Für einen Menschen in echter Gefahr war es ziem­lich sinn­voll, aufmerk­sam zu blei­ben, Kraft zu mobi­li­sie­ren, sich notfalls zurück­zu­zie­hen und nicht beim ersten Wider­stand belei­digt den Speer fallen zu lassen und zu heulen. Unser heuti­ger Alltag hat Säbel­zahn­ti­ger oder andere unmit­tel­bare Gefah­ren­si­tua­tio­nen aber eher nicht im Programm; es fühlt sich für unser Nerven­sys­tem aber manch­mal trotz­dem genauso drama­tisch an.

Dazu kommen unsere persön­li­chen Prägun­gen. Stefa­nie Stahl beschreibt mit ihrem „Sonnen­kind und Schat­ten­kind“, wie frühe Glau­bens­sätze und Schutz­stra­te­gien bis ins Erwach­se­nen­le­ben hinein­wir­ken können. Wer in der Kind­heit gelernt hat, nur sicher zu sein, wenn er alles im Griff hat, wird unter Unsi­cher­heit nicht plötz­lich gelas­sen. Wer Aner­ken­nung über Leis­tung bekom­men hat, wird bei Druck eher noch mehr leis­ten.

Albert Ellis setzt mit der Ratio­nal-Emoti­ven Verhal­tens­the­ra­pie an einer ähnli­chen Stelle an: Nicht das Ereig­nis allein macht die Reak­tion, sondern unsere Bewer­tung des Ereig­nis­ses. Seine „Beliefs“, also innere Über­zeu­gun­gen und Muss-Sätze, entschei­den mit darüber, ob eine Nach­richt nur eine Nach­richt bleibt oder sofort zur persön­li­chen Bedro­hung wird: „Ich muss alles verste­hen.“ „Ich muss vorbe­rei­tet sein.“ „Ich muss stark blei­ben.“ Macht erst­mal Sinn, kostet aber enorm Ener­gie, wenn dieses Programm 24/7 läuft.

Was kannst Du beein­flus­sen – und was nicht?

Das ist im Kern ein stoi­scher Gedanke: „Unter­scheide, was in Deiner Macht liegt, und was nicht.“ Klingt schlicht und vor allem einfach, ist im Alltag aber unan­ge­nehm anspruchs­voll. Es ist beispiels­weise leich­ter, sich über Poli­tik, die geopo­li­ti­sche Welt­lage oder aktu­ell die Fußball-WM aufzu­re­gen, als einfach mal zu begren­zen, wie viel man sich davon täglich rein­zieht. Du merkst: Das eine macht Sinn und ist umsetz­bar, das andere nicht.

Bezo­gen auf unsere wilden Zeiten bedeu­tet das nicht, einfach gleich­gül­tig zu werden – das wirft man den Stoi­kern ja immer vor. Es bedeu­tet viel­mehr, die eigene Kraft nicht an den Ecken zu verschwen­den, an denen sie eh nichts bewir­ken kann. Beia­spiel: Ich kann nicht jede Nach­richt zu Ende denken, nicht jede Entwick­lung kontrol­lie­ren, nicht jede Meinung korri­gie­ren, Infan­tino nicht persön­lich feuern und nicht jedes gut ausge­leuch­tete Stück Nonsens aus dem Inter­net entfer­nen, so sehr ich das auch feiern würde. Ich kann aber entschei­den, wie viel von all dem „Außen“ ich mir täglich zuführe, wann ich aufhöre, wem ich zuhöre, worauf ich antworte und welche offe­nen Vorgänge ich wirk­lich klären will (und kann).

“Wir hören im Marke­ting und in der Werbung gerade oft den Begriff „Kura­tie­ren“. Viel­leicht soll­ten wir diesen Gedan­ken nicht nur auf Content bezie­hen, sondern auch auf unsere Hand­lungs­fel­der und Verant­wor­tungs­be­rei­che. Also genauer unter­schei­den: Worauf habe ich tatsäch­lich Einfluss? Und wo stecke ich gerade Ener­gie in Dinge, die ich ohne­hin nicht beein­flus­sen kann?”

Gut durch diese Zeit kommen: bewusst kura­tie­ren.

Also, lasst uns begin­nen, Kura­tor unse­rer menta­len Gesund­heit zu sein. Kura­tie­ren heißt in diesem Zusam­men­hang: Offe­nen Auges und bewusst auswäh­len, was in den eige­nen Kopf kommen darf, welche Themen man wirk­lich beackern will und wo man lieber höflich abwinkt. Nach­fol­gend ein paar Möglich­kei­ten, die nicht Dein ganzes Leben neu erfin­den, aber in Deinem Alltag ziem­lich schnell einen großen Unter­schied machen können. Geht direkt los!

  1. Dein Tag muss nicht mit der großen weiten Welt anfan­gen
    Morgens im Bett sind wir nicht wirk­lich souve­räne Nach­rich­ten­ver­ar­bei­ter. Trotz­dem grei­fen viele als Erstes zum Handy und jagen sich direkt alles rein: Poli­tik, Krieg, Wirt­schaft, Wetter, Fußball, irgend­eine Empö­rung (Infan­tino, Trump!), irgend­eine Prognose, irgend­ei­nen Kommen­tar von irgend­je­man­dem, der mit großer Selbst­ver­ständ­lich­keit Dinge erklärt, die er wahr­schein­lich selbst nur halb versteht. Kann man alles machen. Man sollte sich nur nicht wundern, wenn der Kopf dann schon vor dem ersten Kaffee im roten Bereich dreht. Konkret: Erst Kaffee, dann Nach­rich­ten.
  2. Wenige gute Quel­len reichen
    Es macht einen Unter­schied, ob man zwei oder drei verläss­li­che Quel­len liest oder sich durch zwan­zig Einschät­zun­gen, Reels, Kommen­tar­spal­ten und Inst­aka­chel-Exper­ten­imi­tate bewegt. Dieses stän­dige Wech­seln der Erklä­rung oder Inter­pre­ta­tion macht gar nichts besser oder klarer – unser Kopf wird nicht ruhi­ger, nur weil er mehr Mate­rial bekommt, ganz im Gegen­teil. Also, gönn dir zum Beispiel ein Abo von einem Quali­täts­me­dium.
  3. Dein Kopf ist keine Rumpel­kam­mer.
    Es gibt Dinge, die blei­ben nicht deshalb hängen, weil sie so wich­tig sind, sondern weil wir sie nie sauber irgendwo abge­legt haben. Eine Sorge, eine halbe Entschei­dung, ein Mitar­bei­ter­ge­spräch, das geführt werden müsste. Eine Mail, die man nicht beant­wor­tet hat, was auch immer. All das taucht dummer­weise immer wieder auf, das liegt unter ande­rem daran, dass wir Menschen „Story Animals“ (lesens­wer­tes Buch von Jona­than Gott­schall mit glei­chem Titel) sind – wir brau­chen das Ende, die Auflö­sung einer Erzäh­lung. Tipp: Einfach aufschrei­ben, was offen­ge­blie­ben ist.
  4. Check Deine Soll­bruch­stelle und schütze sie.
    Es gibt Themen, bei denen weißt Du schon vorher, dass sie Dich trig­gern. Wirt­schafts­lage, Krieg, Rente, Kinder, Job, Sicher­heit, Gesund­heit, irgend­ein poli­ti­scher Irrsinn oder Fußball (mein Ding!), der zuver­läs­sig den Blut­druck mitmo­de­riert. Da musst Du Dir dann auch nicht helden­haft alles durch­le­sen, nur weil es verfüg­bar ist. Du könn­test auch sagen: Das ist gerade mein Trig­ger-Thema, da werde ich schnel­ler unru­hig als klüger, also Finger weg. Konkret: Gerade die Themen, die Dich am stärks­ten trig­gern, brau­chen Dein klars­tes „Ich möchte nicht“.
  5. Bewe­gung hilft beim Aussor­tie­ren.
    Wenn ich merke, dass ich mich im Kreis drehe, ist das oft kein Erkennt­nis­pro­blem mehr. Dann fehlen mir nicht noch mehr Infor­ma­tio­nen, sondern eher Abstand zu all den Gedan­ken. Genau dann hilft mir Bewe­gung. Im Gehen, Joggen, Biken, meinet­we­gen auch beim Trep­pen­stei­gen, merke ich meis­tens schnel­ler, was wirk­lich verhan­delt oder geklärt werden muss. Konkret: Wenn Du Dich fest­denkst, hör auf, weiter­zu­den­ken. Bewege Dich und schau danach, was in Deinem Kopf passiert ist. Es klärt sich meis­tens schon in der Bewe­gung.
  6. Dein Tag braucht Leit­plan­ken
    Dem Tag wieder Leit­plan­ken zu geben, heißt ganz einfach: Morgens erst einmal im Tag und eige­nen Leben ankom­men, bevor das große Ganze dazu­kommt. Abends Arbeit irgend­wann wirk­lich liegen lassen; beim Essen wird geges­sen; im Gespräch wird gespro­chen. Was mir persön­lich immer hilft: nach der Arbeit Gesicht waschen und so den Tag „abwa­schen“. Mache ich seit 30 Jahren. Also, schaff Dir Leit­plan­ken und wenn’s für Dich passt, Rituale. Ich glaube, ein Teil der Erschöp­fung entsteht nicht durch einzelne Aufga­ben, sondern dadurch, dass alles über­all mit hinein­läuft. Der Morgen beginnt schon mit der Welt­lage, bevor man über­haupt rich­tig da ist. Abends hängt die Arbeit noch im Kopf, weil irgend­et­was gele­sen, beant­wor­tet oder was-weiß-ich muss. Und dazwi­schen mischen sich Job, Fami­lie, Nach­rich­ten, private Sorgen und dieses merk­wür­dig vibrie­rende Grund­rau­schen, das nicht gesund aber irgend­wann fast normal wirkt.
  7. Such Dir jeman­den, der Dir wirk­lich zuhört
    Ich glaube, wir unter­schät­zen oft, wie viel ein gutes Gespräch sortie­ren kann. Dabei geht es gar nicht mal um eine Lösung, nicht jedes Thema braucht sofort eine Lösung. Manch­mal hilft es schon, wenn ein ande­rer Mensch ruhig zuhört, nach­fragt und nicht sofort mit einem Ratschlag um die Ecke kommt. Konkret: Such Dir einen Menschen, dem du vertraust und der gut zuhö­ren kann. Einen Freund, eine Part­ne­rin, einen Kolle­gen, Deinen Bruder, Deine Schwes­ter … jeman­den, dem Du sagen kannst, was gerade los ist, ohne dass daraus gleich ein Drama oder ein fein­zi­se­lier­ter Maßnah­men­plan wird. Gehört zu werden ist eine der zentra­len Säulen deiner Resi­li­enz und damit Deiner menta­len Gesund­heit. Und manch­mal ist es schon die halbe Miete, dass du alles einmal formu­liert und raus­ge­hauen hast.

Manch­mal hilft aber auch das nicht mehr. Wenn Dein Kopf nicht mehr rich­tig abschal­tet oder Du immer wieder in densel­ben Gedan­ken­schlei­fen landest, können wir uns das gemein­sam anse­hen. Ich biete Dir dafür ein kosten­lo­ses Erst­ge­spräch an. Damit bekommst du eine erste Orien­tie­rung und sinn­volle nächste Schritte. Wenn Du das Gefühl hast, dass genau so ein Gespräch gerade hilf­reich wäre, melde Dich gerne.

Meet the Coach

Ralf Kratzert
Ralf Krat­z­ert
Psycho­lo­gi­scher Bera­ter und Coach mit Schwer­punkt mentale Gesund­heit, Resi­li­enz und Burn­out-Präven­tion. Nach lang­jäh­ri­ger Erfah­rung in Agen­tu­ren, Medi­en­häu­sern und Bera­tun­gen, zuletzt als Chief Crea­tive Offi­cer, bringt er fundierte Praxis­kennt­nis aus der Unter­neh­mens­welt mit – Coaching für Mitar­bei­ter, Teams und Führungs­kräfte mit echtem Stall­ge­ruch.