Sinn wird uns oft als etwas verkauft, das man finden muss. Als hätte das Leben irgendwo eine verschlos­sene Schub­lade, in der der grosse Aha-Moment wartet und man bräuchte nur den rich­ti­gen Schlüs­sel. Dieses Bild erzeugt Druck, weil es die Suche zur Pflicht macht – und das Nicht-Finden zum Versa­gen.

Sinn als Rich­tung, nicht als Ziel

Erfül­lung kommt selten durch eine grosse Erkennt­nis. Sie entsteht eher durch viele kleine Momente, in denen sich etwas stim­mig anfühlt. In denen spür­bar wird: Ja, das bin ich. Das trägt mich.

Wenn Sinn ein Ziel ist, kann man schei­tern. Man kann ihn verfeh­len, zu spät kommen, den falschen Weg nehmen. Das erzeugt Angst – und Angst ist kein guter Kompass.

Wenn Sinn hinge­gen eine Rich­tung ist, geht es nicht darum, anzu­kom­men. Dann geht es darum, zu spüren, ob man sich gerade auf etwas zube­wegt, das sich wesent­lich anfühlt – oder ob man sich davon entfernt.

Das ist ein klei­ner, aber entschei­den­der Unter­schied. Er verschiebt die Frage von «Was ist mein Sinn?» hin zu «Was trägt mich? Was zieht mich immer wieder an?»

Diese Fragen sind zugäng­li­cher. Sie können im Alltag gestellt werden. Beim Kaffee am Morgen. Nach einem Gespräch, das sich beson­ders leben­dig ange­fühlt hat. Nach einem langen Tag, der trotz allem irgend­wie gut war.

Was uns Über­gangs­pha­sen zeigen können

Gerade in Lebens­pha­sen, die sich wie ein Zwischen­raum anfüh­len – nach einer Verän­de­rung, in der Mitte des Lebens, wenn das Alte nicht mehr passt und das Neue noch nicht klar ist – meldet sich die Frage nach dem Sinn oft noch lauter.

Was sich in solchen Phasen immer wieder zeigt: Wer aufhört, krampf­haft nach dem gros­sen Sinn zu suchen, und statt­des­sen anfängt, klei­nen Momen­ten der Stim­mig­keit zu folgen, findet mehr Orien­tie­rung als durch jeden noch so struk­tu­rier­ten, kogni­tiv durch­ge­dach­ten Zukunfts­plan.

Sinn­fin­dung braucht demnach keine Erleuch­tung, sondern Aufmerk­sam­keit.


Drei Impulse zum Nach­spü­ren

Nimm dir einen ruhi­gen Moment und lass diese Fragen auf dich wirken – nicht um sie sofort zu beant­wor­ten, sondern um zu spüren, was sie in dir bewe­gen:

  • Was hat sich zuletzt wirk­lich leben­dig ange­fühlt für dich? Das muss nichts Spek­ta­ku­lä­res sein. Denk etwa an ein Gespräch, eine Tätig­keit, einen Augen­blick.
  • Wo fühlt sich dein Alltag gerade stim­mig an – und wo nicht? Beob­achte nur, was dir spon­tan in den Sinn kommt. Es gibt kein Rich­tig oder Falsch.
  • Was würdest du öfter tun, wenn niemand eine Erklä­rung dafür erwar­tet? Oft lassen wir uns durch äussere Einflüsse brem­sen.

Es geht nicht darum, sofort Antwor­ten zu haben, sondern dir selbst etwas Raum zu schaf­fen und darauf zu vertrauen, dass die Rich­tung sich zeigt, wenn du bereit bist, hinzu­schauen.

(Das Titel­bild wurde von KI gene­riert)

Meet the Coach

Sue Oehler
Sue Oehler
Busi­ness Coach für Einzel­per­so­nen und Teams mit dem Fokus auf innere Klar­heit, Selbst­ver­ant­wor­tung und nach­hal­tige Zufrie­den­heit. Im Coaching beglei­tet er/sie Menschen dabei, inne­zu­hal­ten, sich neu zu orien­tie­ren und Verän­de­run­gen aus einer klaren, selbst­wirk­sa­men Haltung heraus zu begeg­nen – ohne schnelle Lösun­gen, dafür mit Präsenz und Tiefe.
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