Das Praxis­bei­spiel ist anony­mi­siert und in einzel­nen Details verän­dert.

Manage­ment Summary

Das Praxis­bei­spiel zeigt, wie aus orga­ni­sa­to­ri­schen Schwie­rig­kei­ten ein zwischen­mensch­li­cher Konflikt entsteht. Fehlende Infor­ma­tio­nen, unklare Zustän­dig­kei­ten, nicht abge­stimmte Prozesse und wenig bedarfs­ge­rechte Auswer­tun­gen führen zu Reibun­gen zwischen Rech­nungs­we­sen, Control­ling und den Fach­be­rei­chen.

Blei­ben die struk­tu­rel­len Ursa­chen unge­klärt, werden Rück­fra­gen als Kritik verstan­den, Verant­wort­lich­kei­ten infrage gestellt und fach­li­che Diskus­sio­nen persön­lich.

Nach­hal­tige Konflikt­klä­rung berück­sich­tigt deshalb beide Ebenen: Verant­wort­lich­kei­ten, Fris­ten, Infor­ma­ti­ons­wege und Kenn­zah­len werden geklärt. Gleich­zei­tig werden Span­nun­gen, Bewer­tun­gen und unaus­ge­spro­chene Erwar­tun­gen bear­bei­tet. Denn Konflikte werden häufig zwischen Menschen sicht­bar, obwohl ihre Ursa­chen in Struk­tu­ren und Prozes­sen liegen.

1. Die Ausgangs­lage – Wenn es um mehr als nur Zahlen geht

Konflikte begin­nen im Unter­neh­men nicht immer bei den Menschen. Manch­mal begin­nen sie mit fehlen­den Bele­gen, verspä­te­ten Rück­mel­dun­gen oder Zahlen, deren Aussa­ge­kraft infrage gestellt wird.

Sicht­bar werden sie zwischen Mitar­bei­ten­den oder Abtei­lun­gen: Der Ton wird schär­fer, Rück­fra­gen werden als Kritik verstan­den und Vorwürfe nehmen zu.

Genau das zeigte sich in einem mittel­stän­di­schen Unter­neh­men, das ich beglei­tet habe. Die Geschäfts­füh­rung benö­tigte verläss­li­che monat­li­che Auswer­tun­gen. Diese lagen jedoch regel­mä­ßig zu spät vor und muss­ten wieder­holt korri­giert werden.

Das Rech­nungs­we­sen wartete auf Infor­ma­tio­nen aus den opera­ti­ven Berei­chen. Deren Führungs­kräfte wiederum empfan­den die Berichte als schwer verständ­lich und kaum recht­zei­tig nutz­bar.

In einer Bespre­chung wurde die Span­nung deut­lich:

„Mit diesen Zahlen können wir nicht arbei­ten.“

Die Antwort aus dem Rech­nungs­we­sen folgte unmit­tel­bar:

„Dann müss­ten die benö­tig­ten Infor­ma­tio­nen viel­leicht recht­zei­tig und voll­stän­dig bei uns einge­hen.“

Spätes­tens jetzt ging es nicht mehr nur um Zahlen.

2. Die Ursa­che – Das Zusam­men­spiel war unzu­rei­chend orga­ni­siert

Beide Seiten verfolg­ten dasselbe Ziel: verläss­li­che Zahlen als Grund­lage guter Entschei­dun­gen. Doch Zustän­dig­kei­ten waren unklar, Fris­ten wurden unter­schied­lich verstan­den und Kenn­zah­len nicht einheit­lich defi­niert. Zudem war nicht abge­stimmt, welche Infor­ma­tio­nen die opera­ti­ven Führungs­kräfte tatsäch­lich benö­tig­ten.

Das Rech­nungs­we­sen wartete auf Daten, die opera­ti­ven Berei­che auf aussa­ge­kräf­tige Berichte und die Geschäfts­füh­rung auf eine verläss­li­che Entschei­dungs­grund­lage.

Aus der Frage „Wie können wir den Monats­ab­schluss besser orga­ni­sie­ren?“ wurde allmäh­lich: „Warum bekommt die andere Abtei­lung das nicht hin?“

Im Rech­nungs­we­sen entstand der Eindruck, die Fach­be­rei­che nähmen ihre Verant­wor­tung nicht ernst. Diese wiederum erleb­ten Rech­nungs­we­sen und Control­ling als kontrol­lie­rend und zu weit vom Tages­ge­schäft entfernt.

Aus verspä­te­ten Infor­ma­tio­nen wurde vermeint­li­che Unzu­ver­läs­sig­keit. Aus Rück­fra­gen wurde gefühlte Kontrolle. Der Konflikt wurde zwischen Menschen sicht­bar, obwohl seine Ursa­chen in den Abläu­fen lagen.

3. Die Analyse – Der Blick hinter die Zahlen

In meiner Beglei­tung war es wich­tig, nicht vorschnell nach Schul­di­gen zu suchen und die Situa­tion nicht nur als Kommu­ni­ka­ti­ons­pro­blem einzu­ord­nen.

Im Mittel­punkt stan­den vier Fragen:

  1. Welche Infor­ma­tio­nen werden tatsäch­lich benö­tigt?
  2. Wer ist für ihre Bereit­stel­lung verant­wort­lich?
  3. Welche Fris­ten gelten verbind­lich?
  4. Unter­stüt­zen die Auswer­tun­gen die Führungs­kräfte bei ihren Entschei­dun­gen?

Dabei zeigte sich: Viele Abläufe waren histo­risch gewach­sen, aber nie verbind­lich abge­stimmt worden. Es gab Erwar­tun­gen, jedoch keine klaren Verein­ba­run­gen.

Den opera­ti­ven Führungs­kräf­ten war nicht immer bewusst, welche Folgen fehlende Anga­ben für den Monats­ab­schluss hatten. Gleich­zei­tig kannte das Rech­nungs­we­sen ihre Infor­ma­ti­ons­be­dürf­nisse nicht ausrei­chend.

Unklare Verant­wort­lich­kei­ten und Infor­ma­ti­ons­wege muss­ten durch zusätz­li­che Abstim­mung, Impro­vi­sa­tion und Mehr­ar­beit ausge­gli­chen werden. Daraus entstan­den Bewer­tun­gen wie: „Die verste­hen unser Tages­ge­schäft nicht“ oder „Das Control­ling sucht nur nach Fehlern.“

Die Einfüh­rung neuer Prozesse war zu wenig, um die entstan­de­nen Verlet­zun­gen zu besei­ti­gen. Bessere Kommu­ni­ka­tion allein hätte wiederum die orga­ni­sa­to­ri­schen Ursa­chen nicht gelöst. Deshalb muss­ten beide Ebenen gemein­sam bear­bei­tet werden.

4. Die Maßnah­men – Was wir konkret verän­dert haben

4.1 Klare Abläufe und Verant­wort­lich­kei­ten

Gemein­sam wurde fest­ge­legt, welche Infor­ma­tio­nen benö­tigt wurden, wer sie lieferte und bis wann sie vorlie­gen muss­ten. So wurde nach­voll­zieh­bar, wie die einzel­nen Beiträge zusam­men­wirk­ten und welche Folgen fehlende Anga­ben hatten.

4.2 Einheit­li­che Kenn­zah­len und rele­vante Berichte

Wir über­prüf­ten die Kenn­zah­len und klär­ten, welche Infor­ma­tio­nen die Führungs­kräfte für ihre Entschei­dun­gen wirk­lich benö­tig­ten.

Das Ziel war nicht, möglichst viele Zahlen zu liefern. Das Control­ling sollte wirt­schaft­li­che Entwick­lun­gen verständ­lich machen und konkrete Steue­rungs­im­pulse ermög­li­chen.

4.3 Regel­mä­ßi­ger Austausch

Zwischen Rech­nungs­we­sen, Control­ling und den opera­ti­ven Berei­chen wurde ein fester Austausch verein­bart. Offene Fragen und verän­derte Anfor­de­run­gen konn­ten nun geklärt werden, bevor Fris­ten über­schrit­ten oder Vorwürfe laut wurden.

4.4 Klärung der Span­nun­gen

In mode­rier­ten Gesprä­chen schil­der­ten beide Seiten, wie sie die Zusam­men­ar­beit erlebt hatten, was sie vonein­an­der benö­tig­ten und welche Erwar­tun­gen bislang unaus­ge­spro­chen geblie­ben waren.

Beide Seiten woll­ten verläss­li­che Zahlen und trag­fä­hige Entschei­dun­gen. Unei­nig­keit bestand nicht über das Ziel, sondern über den Weg dort­hin.

5. Das Ergeb­nis – Mehr Klar­heit verbes­sert die Zusam­men­ar­beit

Infor­ma­tio­nen lagen voll­stän­di­ger und recht­zei­ti­ger vor. Zustän­dig­kei­ten waren nach­voll­zieh­ba­rer, Fris­ten verbind­li­cher und die Berichte stär­ker am tatsäch­li­chen Bedarf ausge­rich­tet.

Diese Klar­heit wirkte sich auch auf die Zusam­men­ar­beit aus. Rück­fra­gen wurden weni­ger schnell als Angriff oder Kontrolle wahr­ge­nom­men. Beide Seiten verstan­den besser, welchen Beitrag die jeweils andere für eine funk­tio­nie­rende Unter­neh­mens­steue­rung leis­tete.

So entstand Schritt für Schritt wieder eine verläss­li­chere Arbeits­grund­lage – fach­lich wie zwischen­mensch­lich.

6. Ihr Blick auf die eigene Orga­ni­sa­tion

Wo werden Zahlen in Ihrem Unter­neh­men zum Zünd­stoff?

Geht es tatsäch­lich um schwie­rige Perso­nen oder mangelnde Koope­ra­ti­ons­be­reit­schaft? Oder arbei­ten die Betei­lig­ten in Struk­tu­ren und Prozes­sen, die wieder­keh­rende Reibun­gen nahezu zwangs­läu­fig erzeu­gen?

Nach­hal­tige Lösun­gen entste­hen dort, wo struk­tu­relle Ursa­chen und zwischen­mensch­li­che Folgen gemein­sam betrach­tet werden.

Über mich und meine Beglei­tung

Mein Name ist Nicole Krog­mann und ich bin Steu­er­be­ra­te­rin und Resi­li­enz-Coach. Ich begleite Unter­neh­men dabei, betriebs­wirt­schaft­li­che Struk­tu­ren und Prozesse zu analy­sie­ren und zugleich die Auswir­kun­gen auf die Zusam­men­ar­beit der Menschen in den Blick zu nehmen.

Denn nach­hal­tige Konflikt­klä­rung beginnt dort, wo neben den sicht­ba­ren Span­nun­gen auch ihre orga­ni­sa­to­ri­schen Ursa­chen erkannt und bear­bei­tet werden.

Kommt Ihnen das bekannt vor und Sie benö­ti­gen Unter­stüt­zung, dann lassen Sie uns in einem kosten­freien Erst­ge­spräch gemein­sam auf Ihre Situa­tion schauen und klären, welche nächs­ten Schritte für Ihr Unter­neh­men sinn­voll sein können.

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Nicole Krogmann
Nicole Krog­mann
Nicole Krog­mann ist Steu­er­be­ra­te­rin und Resi­li­enz-Coach mit einer einzig­ar­ti­gen Doppel­ex­per­tise, die analy­ti­sches Denken und Empa­thie vereint. Sie beglei­tet vor allem Inhaber:innen von Steu­er­kanz­leien und Unternehmer:innen dabei, ihre verbor­ge­nen Resi­li­enz-Ressour­cen zu entde­cken und gezielt zu stär­ken – für mehr Klar­heit, Gelas­sen­heit und Lebens­qua­li­tät in heraus­for­dern­den Zeiten.