“Es sind Zenti­me­ter, die den Meis­ter machen.”
– Vince Lombardi

Vince Lombardi sprach über Foot­ball, über schwit­zende Körper, die im Schlamm um Raum­ge­winn kämp­fen. Aber eigent­lich sprach er über unsere fatale Neigung, die Details zu verach­ten. Wir sind süch­tig nach dem großen Wurf. Wir wollen den riesi­gen Umsatz­sprung, die sofor­tige Traum­fi­gur, die totale Verän­de­rung über Nacht. Wir denken in Meilen und Kilo­me­tern.

Dabei verlie­ren wir den Kampf meis­tens im Klein­ge­druck­ten. Der Zenti­me­ter, das ist der eine Anruf mehr, den du eigent­lich nicht machen woll­test. Es ist das noch­ma­lige Korrek­tur­le­sen der wich­ti­gen Mail, obwohl du müde bist. Es ist die Entschei­dung, noch zwei Minu­ten länger zuzu­hö­ren, statt schon die Antwort im Kopf zu formu­lie­ren. Hier, in dieser unschein­ba­ren Distanz, trennt sich der Profi vom Amateur.

Meis­ter­schaft ist keine Magie. Sie ist die Summe von Winzig­kei­ten, die alle ande­ren für vernach­läs­sig­bar halten. Wer den Zenti­me­ter nicht ehrt, wird den Meter nie gewin­nen. Wir schei­tern selten am unüber­wind­ba­ren Berg, sondern an der Summe unse­rer klei­nen Nach­läs­sig­kei­ten.

Wo gibst du dich aktu­ell mit „gut genug“ zufrie­den, obwohl genau dort der entschei­dende Zenti­me­ter zum Erfolg fehlt?