“Es ist der innere Frie­den, mein Freund, den wir finden müssen.”
– Theo­krit

Wir leben in dem Glau­ben, Frie­den sei ein Zustand, den man im Außen herstel­len kann. Wir jagen ihm hinter­her wie einem flüch­ti­gen Tier. Wenn erst der Job gekün­digt, der Umzug geschafft, die Bezie­hung geklärt ist, dann, so sagen wir uns, stellt sich Ruhe ein. Wir schal­ten das Handy aus, buchen den Yoga-Urlaub, räumen den Keller auf. Wir drehen an allen äuße­ren Reglern und wundern uns, warum der Lärm in uns nicht leiser wird.

Der grie­chi­sche Dich­ter Theo­krit wusste es schon vor über 2000 Jahren. Frie­den ist kein Ort, zu dem man reist. Er ist kein Ergeb­nis, das man sich erar­bei­tet. Er ist etwas, das bereits da ist, verschüt­tet unter den Trüm­mern unse­rer Sorgen, Pläne und Erwar­tun­gen. Du kannst in die stillste Hütte im tiefs­ten Wald flie­hen – wenn du dein inne­res Chaos mitnimmst, wird es auch dort toben.

Die wirk­li­che Arbeit ist nicht, die Welt um dich herum zum Schwei­gen zu brin­gen. Das wirst du nie schaf­fen. Die eigent­li­che Kunst ist, die Stille in dir zu finden, während der Sturm drau­ßen weiter­tobt. Es ist der Moment, in dem du aufhörst, die Möbel in deinem Leben zu verrü­cken in der Hoff­nung, dass der Raum sich dadurch endlich rich­tig anfühlt.

Wo suchst du im Außen nach einer Stille, die du nur in dir selbst finden kannst?