Lass los. Du kannst den Ozean nicht kontrollieren. Du kannst nur lernen auf den Wellen zu surfen.
Melody Beattie
Melody Beattie kennt den absoluten Abgrund. Die amerikanische Autorin überlebte jahrelange harte Sucht. Sie erlebte Entzug, toxische Beziehungen und den Verlust eines Kindes. Aus diesen Trümmern formte sie in den achtziger Jahren eine Lehre, die die Psychologie revolutionierte. Sie beschrieb als eine der Ersten, wie wir uns selbst komplett verlieren, weil wir verzweifelt versuchen, andere Menschen oder unkontrollierbare Situationen zu retten. Wir nennen diesen Zustand heute oft emotionale Abhängigkeit.
Wir wenden diese Kontrolle täglich in unserem Alltag an. Wir weigern uns kategorisch, klare Entscheidungen zu treffen. Wir wollen die Realität nicht akzeptieren. Wir halten an toten Ehen, gescheiterten Projekten und falschen Hoffnungen fest. Wir drehen und wenden die Fakten, bis sie uns passen. Wir glauben, wir müssten das Verhalten unserer Kollegen, unseres Partners oder unserer Kunden nur besser managen, um selbst endlich glücklich zu werden.
Beattie lehrt uns eine schmerzhafte und zugleich extrem befreiende Wahrheit. Loslassen ist keine Schwäche. Loslassen ist die absolute Kapitulation vor der Realität. Du kannst das Wetter nicht ändern. Du kannst andere Menschen nicht verändern. Du kannst nur eine einzige Sache auf dieser Welt kontrollieren. Deine eigene Reaktion darauf. Eine echte Entscheidung für deine eigene Potenzialentfaltung beginnt exakt in dem Moment, in dem du aufhörst, das Unkontrollierbare steuern zu wollen.
In dieser Woche betreten wir das Trainingslager der Veränderung. Wir lernen, fremde Rucksäcke abzuwerfen. Wir setzen klare Grenzen. Wir wagen den blinden Schritt in das Neue. Wir lernen loszulassen.
Welchen Menschen oder welches unlösbare Problem versuchst du gerade krampfhaft zu kontrollieren, obwohl dir die Situation längst entglitten ist?
