“Psychotische Menschen glauben, zwei und zwei mache fünf; neurotische Menschen wissen, dass zwei und zwei vier ist — aber sie können das nicht ertragen.”
– Anonym
Die meisten von uns leben nicht in einer Welt, in der zwei und zwei fünf ergibt. Wir sehen die Realität ziemlich klar. Wir sehen die Zahl auf dem Kontoauszug am Ende des Monats. Wir spüren die Stille in einem Raum, den eine Person für immer verlassen hat. Wir lesen die Absage für den Job, den wir unbedingt wollten. Die Fakten sind da, unbestreitbar wie das Ergebnis einer einfachen Rechnung.
Der Schmerz steckt im zweiten Teil des Satzes. Im Wissen um die Vier und dem gleichzeitigen Widerstand dagegen. Wir wissen, dass es vier ist, aber wir verbringen Stunden, Tage, manchmal Jahre damit, das Ergebnis neu zu verhandeln. Wir malen uns aus, wie es wäre, wenn es doch Fünf sein könnte. Wir quälen uns mit der Frage, warum es nicht Fünf geworden ist und was wir hätten anders machen müssen.
Dieser Kampf gegen eine feststehende Tatsache ist zermürbend. Er bindet Energie, die wir für den nächsten Schritt bräuchten. Es ist der endlose Streit mit einer Realität, die taub ist für unsere Argumente. Wir glauben, dieser Kampf sei notwendig, ein Zeichen dafür, dass wir nicht aufgeben. Aber vielleicht ist er nur das Echo einer Tür, die längst ins Schloss gefallen ist.
Welche klare, unumstößliche Vier in deinem Leben raubt dir die meiste Kraft, weil du sie einfach nicht wahrhaben willst?