“Inne­res Wachs­tum ist der Zweck des Lernens — und unser Geist kann, im Gegen­satz zu unse­rem Körper, im Laufe des Lebens weiter wach­sen.”
– Morti­mer Adler

Dein Körper hat ein Verfalls­da­tum. Das ist der Deal. Irgend­wann zwickt der Rücken, die Haut wird faltig, die Hard­ware baut ab. Dage­gen kannst du ancre­men und antrai­nie­ren, aber den Krieg gewinnt am Ende die Biolo­gie. Viele machen den fata­len Fehler, diesen Verfall eins zu eins auf ihren Geist zu über­tra­gen. Sie gehen mit Mitte drei­ßig in eine Art vorzei­tige mentale Rente.

Sie recy­celn die immer glei­chen fünf Meinun­gen, erzäh­len die alten Geschich­ten von früher und hören auf, gefähr­li­che Fragen zu stel­len. Sie verwech­seln “Erwach­sen­sein” mit “Fertig­sein”. Aber das ist kein Schick­sal, das ist schlicht­weg Bequem­lich­keit. Du bist kein Haus, das einmal gebaut wird und dann lang­sam verfällt.

Adler erin­nert dich daran, dass deine Soft­ware ganz ande­ren Geset­zen folgt als deine Hard­ware. Inne­res Wachs­tum kennt keine Falten und keine Arthri­tis. Es ist die radi­kale Weige­rung, still­zu­ste­hen. Lernen ist hier kein Voka­bel­test, sondern der einzige Weg, leben­dig zu blei­ben, während die Hülle altert. Dein Geist ist darauf ausge­legt, bis zum letz­ten Atem­zug zu expan­die­ren.

Wo hast du bereits beschlos­sen, geis­tig alt zu werden, nur weil dein Körper nicht mehr zwan­zig ist?