Stell dir eine Mitar­bei­te­rin vor, die seit zwölf Jahren im Unter­neh­men ist. Sie kennt jeden Kunden, jeden Ablauf, jede Ausnahme von der Regel. Als das Unter­neh­men noch klein war, hat sie mit ange­packt, wo immer es nötig war. Als eine Führungs­po­si­tion frei wurde, war die Entschei­dung leicht: Wer sonst, wenn nicht sie.

Ein paar Jahre später hat sich das Unter­neh­men verdop­pelt. Und plötz­lich läuft in genau ihrem Bereich nichts mehr rund. Entschei­dun­gen dauern zu lange. Das Team wartet auf Anwei­sun­gen statt selbst zu handeln. Die Zahlen, die sie liefert, reichen fürs Tages­ge­schäft, aber nicht für die stra­te­gi­schen Fragen, die jetzt gestellt werden.

Ist sie schlech­ter gewor­den? Nein. Das Unter­neh­men ist einfach schnel­ler gewach­sen als ihre Rolle.

Loya­li­tät ist keine Quali­fi­ka­tion für morgen

Dieses Muster begeg­net mir immer wieder in wach­sen­den Unter­neh­men. Die Menschen, die ein Unter­neh­men mit aufge­baut haben, bekom­men fast auto­ma­tisch mehr Verant­wor­tung, sobald das Unter­neh­men wächst. Das fühlt sich fair an und ist es in gewis­ser Weise auch. Nur beant­wor­tet Loya­li­tät eine andere Frage als die, die eigent­lich gestellt werden müsste.

Die Frage lautet nicht: Wer hat sich das verdient. Die Frage lautet: Welche Fähig­kei­ten braucht diese Rolle in einem Jahr, in drei Jahren, wenn das Unter­neh­men noch einmal so groß ist wie heute.

Wer ein Unter­neh­men um die vorhan­de­nen Menschen herum baut statt um die künf­ti­gen Anfor­de­run­gen, bekommt Rollen, die zur Person passen, aber nicht zur Aufgabe. Das funk­tio­niert eine Weile. Bis es nicht mehr funk­tio­niert.

Warum diese Entschei­dun­gen so unan­ge­nehm sind

Die wenigs­ten Führungs­kräfte spre­chen das offen an, aus einem einfa­chen Grund: Es fühlt sich undank­bar an. Jeman­dem, der jahre­lang alles gege­ben hat, zu sagen, dass die nächste Stufe viel­leicht nicht die rich­tige für ihn ist, kostet Über­win­dung.

Viele Unter­neh­mer weichen dieser Entschei­dung deshalb aus. Sie hoffen, dass die Person mit der Zeit hinein­wächst. Manch­mal passiert das auch. Oft aber bleibt eine Lücke zwischen Rolle und Fähig­keit bestehen, die niemand anspricht, bis Kunden, Zahlen oder das Team selbst die Konse­quen­zen zu spüren bekom­men.

Das eigent­li­che Risiko liegt nicht darin, ehrlich zu sein. Es liegt darin, es nicht zu sein. Wer die Lücke zu lange igno­riert, sorgt am Ende für genau das Gefühl von Zurück­wei­sung, das er eigent­lich vermei­den wollte, nur später und schmerz­haf­ter.

Was Busi­ness Coaching und Execu­tive Coaching hier verän­dern

Busi­ness Coaching setzt oft bei der Orga­ni­sa­tion selbst an. Ein Coach hilft dabei, den künf­ti­gen Aufbau des Unter­neh­mens unab­hän­gig von den aktu­el­len Köpfen zu denken: Welche Rollen wird es in einem Jahr brau­chen, welche Verant­wor­tung gehört zu welcher Funk­tion, unab­hän­gig davon, wer sie heute ausfüllt.

Execu­tive Coaching setzt näher an der einzel­nen Führungs­kraft an, sowohl bei dir als Unter­neh­mer als auch bei den Menschen, die du entwi­ckelst. Es geht um ehrli­che Stand­ort­be­stim­mun­gen, um Entwick­lungs­pfade, die tatsäch­lich realis­tisch sind, und manch­mal auch um die schwie­rige Erkennt­nis, dass eine seit­li­che Bewe­gung im Unter­neh­men mehr Sinn ergibt als ein weite­rer Schritt nach oben.

Beide Formen von Coaching haben gemein­sam, dass sie dir helfen, zwischen Wert­schät­zung und Eignung zu unter­schei­den. Jemand kann für ein Unter­neh­men unver­zicht­bar sein und trotz­dem nicht die rich­tige Person für die nächste Rolle sein. Das eine schließt das andere nicht aus.

Wie du die Lücke früh­zei­tig erkennst

Ein paar Signale, die häufig zusam­men auftre­ten:

  • Eine Führungs­kraft liefert opera­tiv gute Arbeit, aber keine stra­te­gi­schen Einschät­zun­gen
  • Entschei­dun­gen werden lieber zurück­ge­stellt als getrof­fen
  • Neue Werk­zeuge oder Prozesse werden eher abge­lehnt als auspro­biert
  • Das Team unter dieser Person entwi­ckelt sich kaum weiter
  • Die Antwort auf neue Anfor­de­run­gen ist meis­tens: Das haben wir schon immer so gemacht

Keines dieser Signale allein ist ein Grund zur Sorge. Kommen mehrere zusam­men und wieder­ho­len sich über Monate, lohnt sich ein genaue­rer Blick.

Der bessere Weg nach vorn

Der erste Schritt ist, die künf­tige Struk­tur deines Unter­neh­mens unab­hän­gig von den aktu­el­len Perso­nen zu skiz­zie­ren. Welche Rollen wird dein Unter­neh­men brau­chen, wenn es doppelt so groß ist wie heute, und welche Fähig­kei­ten gehö­ren zu jeder dieser Rollen.

Der zweite Schritt ist eine ehrli­che Einschät­zung, wer heute wo steht, gemes­sen an dieser künf­ti­gen Struk­tur, nicht an der Vergan­gen­heit.

Der dritte Schritt ist ein Plan für jede Lücke, die dabei sicht­bar wird: Wer kann sich entwi­ckeln, wer braucht eine andere Rolle, wo musst du von außen beset­zen. Diese Gesprä­che früh und ehrlich zu führen ist unan­ge­neh­mer als sie aufzu­schie­ben. Aber sie sind fairer, sowohl gegen­über dem Unter­neh­men als auch gegen­über den Menschen, die es getra­gen haben.

Unter­stüt­zung für diesen Schritt finden

Diese Art von Entschei­dung trifft man ungern allein, gerade wenn persön­li­che Loya­li­tät und unter­neh­me­ri­sche Notwen­dig­keit gegen­ein­an­der stehen. Ein erfah­re­ner Busi­ness Coach oder Execu­tive Coach bringt genau die Distanz mit, die für einen klaren Blick nötig ist.

Auf coachverzeichnis.com findest du Coaches, die sich auf Führungs­kräf­te­ent­wick­lung und Orga­ni­sa­ti­ons­auf­bau in wach­sen­den Unter­neh­men spezia­li­siert haben. Schau dich um und finde die Beglei­tung, die zu deiner aktu­el­len Wachs­tums­phase passt.

Meet the Coach

Eberhard Kuhl
Eber­hard Kuhl
Eber­hard Kuhl ist der Grün­der von coachverzeichnis.com. Er ist Unter­neh­mens­be­ra­ter und Coach mit Sitz in Daut­phe­tal, Hessen, und betreibt die Platt­form seit August 2025.
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