“Hüte dich vor der Sterilität eines geschäftigen Lebens.”
– Sokrates
Wenn dich heute jemand fragt, wie es dir geht, lautet die Antwort wahrscheinlich: “Gut, viel zu tun.” Wir tragen Stress wie ein Abzeichen der Wichtigkeit. Wer Zeit hat, gilt schnell als faul oder unbedeutend. Also füllen wir jeden leeren Moment auf. Von der Videokonferenz zur Wäscheleine, vom Supermarkt in den Elternabend.
Bewegung wird mit Fortschritt verwechselt. Wer auf einem Laufband sprintet, ist nach einer Stunde schweißgebadet und völlig erschöpft. Aber er ist keinen einzigen Millimeter vorangekommen. Die permanente Geschäftigkeit ist oft die beste Tarnung, um sich den wirklich unangenehmen Fragen nicht stellen zu müssen.
Wenn der Kalender voll ist, bleibt keine Zeit für das bedrohliche Gefühl der Leere. “Busy” zu sein betäubt. Es verhindert, dass wir innehalten und merken, dass wir uns vielleicht längst in die falsche Richtung bewegen. Erfüllung braucht aber Raum. Sie braucht die Lücke im Terminkalender, in der überhaupt erst einmal spürbar wird, was gerade schiefläuft.
Rennst du jeden Tag so schnell, damit du die Richtung deines Lebens nicht hinterfragen musst?
