“Die Tatsa­che, dass wir gebo­ren werden: Welche Bedeu­tung hat sie für das Leben der meis­ten Menschen?”
– E. E. Cummings

Wir führen unser Leben oft auf einer einge­bil­de­ten Bühne auf. Wir kaufen Dinge, um zu beein­dru­cken. Wir formu­lie­ren Sätze, um klug zu wirken. Wir opti­mie­ren unser Äuße­res für ein unsicht­ba­res Publi­kum. Wir leben in der stil­len Annahme, dass “die meis­ten Menschen” notie­ren, was wir tun, und bewer­ten, wer wir sind.

Cummings zieht den Stecker aus diesem Schein­wer­fer. Seine Frage ist rheto­risch, die Antwort hart: Deine Geburt, dein Leben, deine Kämpfe sind für den Rest der Welt statis­ti­sches Rauschen. Den meis­ten Menschen bist du voll­kom­men egal. Sie sind zu beschäf­tigt mit ihrem eige­nen Stück.

Das ist keine Krän­kung, das sind deine Entlas­sungs­pa­piere aus dem Zwangs­dienst der Gefall­sucht. Wenn fast niemand zuschaut, musst du auch keine Show ablie­fern. Du kannst aufhö­ren, für die anonyme Gale­rie zu leben, und anfan­gen, deine Ener­gie auf die drei oder vier Menschen zu konzen­trie­ren, bei denen deine Abwe­sen­heit tatsäch­lich eine schmerz­hafte Lücke hinter­las­sen würde.

Für wen spielst du immer noch Thea­ter, obwohl du genau weißt, dass der große Saal leer ist?