“Hoff­nung und Geduld sind aller­beste Heil­mit­tel für jeden: weichste Kissen, auf die wir uns fallen lassen können in Not. Immer schen­ken sie uns Ruhe.”
– Robert Burton

Wenn die Krise einschlägt, wollen wir eines ganz sicher nicht: abwar­ten. Wir wollen Lösun­gen. Sofort. Wir rennen im Kreis, schrei­ben pani­sche Mails, googeln bis drei Uhr nachts und versu­chen, die Kontrolle zurück­zu­zwin­gen. Geduld fühlt sich in diesem Zustand an wie Taten­lo­sig­keit, Hoff­nung wie eine naive Ausrede für die, die zu schwach zum Handeln sind.

Burton bietet hier keine Stra­te­gie für den Sieg an, sondern Erste Hilfe für die Seele. Er vergleicht diese zwei Tugen­den nicht mit Waffen, sondern mit Kissen. Warum? Weil der Aufprall der Reali­tät hart ist. Wenn du in der Not versuchst, hart zu blei­ben, zerbrichst du. Wer auf Stein fällt, bricht sich die Knochen.

Das “Kissen” ist keine Flucht vor der Reali­tät. Es ist der notwen­dige Puffer. Geduld ist hier die eiserne Diszi­plin, nicht in blin­den Aktio­nis­mus zu verfal­len, wenn man eigent­lich erst mal atmen müsste. Hoff­nung ist der nüch­terne Glaube, dass der jetzige Zustand nicht das Ende der Geschichte ist. Beides zusam­men ist der einzige Ort, an dem du Kraft sammeln kannst, bevor du wieder aufstehst.

Warum erlaubst du dir, hart auf dem Boden aufzu­schla­gen, statt dich für einen Moment in die Geduld fallen zu lassen?