“Wenn du versuchst, es allen recht zu machen, baust du dein eigenes Gefängnis.”
– Anonym
Wir haben eine romantische Vorstellung vom “Gestalten”. Wir denken, wenn wir unsere Grenzen setzen, Routinen etablieren und uns selbst an die erste Stelle setzen, wird unser Umfeld das respektieren und applaudieren. Die Realität ist eine Ohrfeige: Wenn du aufhörst zu funktionieren und anfängst zu gestalten, machst du Menschen wütend.
Dein Chef wird irritiert sein, wenn du nicht mehr um 19 Uhr ans Telefon gehst. Dein Partner wird murren, wenn du die Care-Arbeit hart delegierst. Wenn du das System, das sich an deine Aufopferung gewöhnt hat, plötzlich veränderst, entsteht Reibung. Das ist kein Zeichen dafür, dass du etwas falsch machst. Es ist der Beweis, dass es funktioniert.
Es gibt kein selbstbestimmtes Leben ohne Konflikte. Die Reibung ist schlicht und ergreifend der Eintrittspreis für deine Autonomie. Wer Angst davor hat, andere zu enttäuschen, wird immer der Befehlsempfänger seines eigenen Lebens bleiben. Du kannst nicht gleichzeitig der Architekt deiner Freiheit und der Liebling aller Leute sein.
Welchen notwendigen Konflikt meidest du gerade panisch, weil du lieber leise funktionierst, als laut zu gestalten?

